Redakteure protestieren gegen Gehaltskürzungen

Nürnberg - Mit Transparenten und einem Pfeifkonzert haben am Donnerstag in Nürnberg rund 200 bayerische Tageszeitungs-Redakteure gegen drohende Gehaltskürzungen protestiert.

Die Mitarbeiter von insgesamt 13 bayerischen Tageszeitungen hatten vorübergehend die Arbeit niedergelegt. Vor allem Verleger-Pläne, die Einstiegsgehälter von Nachwuchsjournalisten zu senken, stoßen nach Angaben der Teilnehmer bei den Redakteuren auf Ablehnung.

Nach Ansicht des Hauptgeschäftsführers des Deutschen Journalistenverbandes, Kajo Döhring, verbauen die Verleger damit die Zukunft des Journalistenberufs. “Wie soll man unter diesen Bedingungen noch Leute in den Beruf bringen?“, fragte Döhring. Der stellvertretende Verdi-Vorsitzende, Frank Werneke, ergänzte: “Es ist Unsinn, dass viele Zeitungsverlage vor der Pleite stehen.“ Die meisten machten immer noch satte Gewinne, sagte der Funktionär.

Wenig Verständnis für die Proteste zeigte Verband Bayerischer Zeitungsverleger (VBZV): “Redakteure sind eine sehr gut bezahlte Berufsgruppe mit einer hervorragenden Altersabsicherung“, teilte Verbands-Justiziar Harald Schyrbock am Donnerstag schriftlich mit. Daran solle sich auch in Zukunft nichts ändern; die Gehälter sollten sogar maßvoll weiter steigen.

Für neu eingestellte Journalisten seien hingegen neue Tarifverträge mit etwas niedrigeren Monatsgehältern notwendig, hieß es. Der Verlegerverband begründen dies mit dem in den vergangenen zehn Jahren um 40 Prozent gesunkenen Anzeigenaufkommen der Zeitungen. Für jüngere Kollegen solle es daher nur noch 30 Urlaubstage geben. Statt 13,75 Monatsgehälter soll es für neu eingestellte Journalisten nur noch 13 Monatsgehälter geben. Darin könne man keine “Abwertung des Journalistenberufs“ sehen, betonte der Verlegerverband.

Zu dem Protest in der Nürnberger Innenstadt hatte neben Verdi auch der Bayerische Journalistenverband (BJV) aufgerufen. Auf Transparenten hieß es unter anderem “Wer Dumpingtarife sät, kann keinen Qualitätsjournalismus ernten“.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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