Vor vier Jahren Freispruch

Lebenslange Haft für Mord an Onkel

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Thomas L.: Das Gericht ist überzeugt, dass er seinen Onkel umbrachte.

Regensburg - Von seinem eigenen Neffen wurde ein Automechaniker vor sechs Jahren erdrosselt. Der Täter stand jetzt in Regensburg erneut vor Gericht. Diesmal gab es die Höchststrafe.

Fast sechs Jahre nach dem Strohballenmord von Straubing ist der Täter zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Regensburg sah es am Freitag als erwiesen an, dass der 33-Jährige seinen Onkel aus Habgier erdrosselt und zwischen zwei Strohballen an der Bundesstraße 8 abgelegt hatte. Außerdem habe er ihm 2700 Euro Bargeld, das Handy, die Bankkarte und die Wohnungsschlüssel abgenommen.

Vor vier Jahren konnte der Angeklagte aus Straubing in einem ersten Prozess den Gerichtssaal noch als freier Mann verlassen - aus Mangel an Beweisen. Der Bundesgerichtshof hob den Freispruch aber auf und wies den Fall ans Landgericht zur Neuverhandlung zurück. Wann der 48-jährige Kfz-Mechaniker genau, wo und mit welchem Gegenstand stranguliert wurde, konnte aber auch im neuen Verfahren nicht geklärt werden.

Da der Angeklagte die Aussage verweigerte, stützte sich das Gericht auf Indizien. „Aber die Indizien passen wie in einem Mosaik zusammen“, sagte der Vorsitzende Richter. Zweieinhalb Stunden nahm sich die Kammer bei der Urteilsverkündung Zeit, alle Beweise und Zeugenaussagen zu würdigen.

Der Onkel hatte seinem Neffen im Februar 2007 sein gebrauchtes Auto für 2700 Euro verkauft. Wenige Stunden später war der 48-Jährige spurlos verschwunden. Das Auffällige: Der damals verschuldete und wegen diverser Betrügereien vorbestrafte Neffe konnte plötzlich Schulden und Rechnungen begleichen und 500 Euro auf sein Bankkonto einzahlen.

Die Richter sind überzeugt, dass es sich dabei um das Geld des Onkels handelte. Dass dieser seinem Neffen den Betrag geliehen haben könnte, schloss die Kammer aus. „Er brauchte ja das Geld selbst, um seine Selbstständigkeit aufzubauen“, so der Richter. „Eine Alternative für den plötzlichen Reichtum des Angeklagten gibt es nicht.“ Ebenfalls auffällig: Kurz nach Verschwinden des 48-Jährigen gab sein Neffe einen Mietwagen noch vor Ablauf der Leihfrist zurück, und zwar „peinlichst gereinigt“.

dpa

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