Ausstellung "Ludwig der Bayer"

Königlicher Shootingstar des Mittelalters

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Mitarbeiter hängen für die Landesausstellung "Ludwig der Bayer. Wir sind Kaiser" in Regensburg ein Gemälde auf.

Regensburg - In sagenumwobenen Schlachten besiegte Ludwig der Bayer Österreich und wurde 1328 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Eine Ausstellung erinnert an den Herrscher.

Er war der erste Wittelsbacher, der den römischen Kaiserthron bestieg - vom 16. Mai an steht Ludwig der Bayer im Fokus der Bayerischen Landesausstellung. Eine Woche vor der Eröffnung werden an den drei Ausstellungsorten in Regensburg - Dompfarrkirche St. Ulrich, Domkreuzgang und Minoritenkirche - die letzen Exponate angeliefert und die Vitrinen poliert.

„Es ist ein großes Privileg der Ausstellung, dass sie an den originalen Schauplätzen stattfindet, die Ludwig der Bayer bereits besucht hatte“, sagte Richard Loibl, Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, am Donnerstagabend bei einem ersten Rundgang. Anlass für die Retrospektive bis zum 2. November ist der 700. Jahrestag der Königswahl Ludwigs des Bayern im Jahr 1314.

Konflikt zwischen Adel, Kirche und Volk

Die Bayerische Landesausstellung „Ludwig der Bayer. Wir sind Kaiser!“ richtet den Blick auf das Leben Ludwigs und die Geschichte seiner Zeit. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde mit zahlreichen grundlegenden Neuerungen politischer, wirtschaftlicher und kultureller Art das bisherige Weltbild infrage gestellt. Vor allem der Konflikt der Bürgerschaft, des Adels und der Kirche steht im Vordergrund.

„Ludwig der Bayer hat sich mit jedem angelegt, der ihm in die Quere kam“, erläuterte Loibl - vor allem mit dem Papst, der damals im französischen Avignon auf seinen durch den Ablasshandel aufgetürmten Reichtümern saß. Die päpstliche Kanzlei bedachte ihn abwertend mit dem Beinamen „der Bayer“, um ihm damit die Herrschaft über das Reich abzusprechen. Zudem verhängte sie über Ludwig den Kirchenbann.

Doch der Adlige zog nach Rom und ließ sich von zwei exkommunizierten Bischöfen als erster Wittelsbacher zum römisch-deutschen Kaiser krönen. Im April 1328 verkündet er die Absetzung von Papst Johannes XXII. und setzte einen kaiserlichen Gegenpapst ein.

3D-Film mit Christoph Süß

Der mediale Höhepunkt der Landesausstellung ist in der frühgotischen Kirche St. Ulrich zu sehen. Kabarettist Christoph Süß schlüpft für einen rund 20 Minuten langen Film in sechs authentische Rollen und gibt mit Hilfe von 3D-Effekten einen Einblick in den Dombau und die Gesellschaft in Regensburg. Scharfzüngig führt er dabei die Besucher der Ausstellung ins Mittelalter.

Herzstück ist jedoch der Ausstellungsbereich in der Minoritenkirche, einer der größten in Deutschland. Hier folgt der Besucher auf unterschiedlichen Ebenen dem Leben Ludwigs, von der Kindheit als Zweitgeborenem, den erfolgreichen Schlachten bis auf den riesigen Thron.

Die Geschichte des aufblühenden Zeitalters wird mit zahlreichen kostbaren Exponaten dokumentiert, wie dem erstmals in Bayern gezeigten Karlstein-Schatz, dem ältesten bekannten Plattenharnisch, wertvollen Tafelgemälden sowie kunstvoll verzierten originalen Handschriften aus der Kanzlei Ludwigs.

Den religiösen Vorstellungen der Zeit Ludwigs des Bayern widmet sich der dritte Ort der Landesaustellung, der Domkreuzgang. Für die offizielle Eröffnung am kommenden Donnerstag (15. Mai) werden Ministerpräsident Horst Seehofer und Kunstminister Ludwig Spaenle (beide CSU) erwarte. Für die Besucher öffnet die Landesausstellung tags darauf ihre Tore.

dpa

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