Reinhard Mey spendet für Bamberger Koma-Patienten

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Reinhard Mey

Bamberg - Der Bamberger Koma-Patient, der elf Monate in einer thailändischen Klinik behandelt wurde, ist zurück in Franken. Der Heimflug wurde von vielen Spendern ermöglicht, unter ihnen auch Liedermacher Reinhard Mey.

Vorsichtig hoben vier Sanitäter den Koma- Patienten Matthias K. in Nürnberg aus dem Flieger. Nach 20 Stunden Flugzeit war der 39-jährige Mann aus Bamberg, der elf Monate in einer thailändischen Klinik behandelt wurde, zurück in Deutschland. Am späten Sonntagabend schien er auf seiner Trage die Blitzlichter der Fotografen wahrzunehmen, seine Augen bewegten sich in ihre Richtung. “Sein Zustand ist stabil, er reagiert auf Reize, ist aber nicht ansprechbar“, sagte seine Betreuerin am Montag. Nun wird er in einer Nürnberger Intensivklinik behandelt.

Vor der Rückreise überschlugen sich die Ereignisse, wie seine Betreuerin aus dem schleswig-holsteinischen Ahrensburg schilderte. Zunächst sei sie von der thailändischen Klinik unter Druck gesetzt worden. “Sie wollten ihn aus der Behandlung in ein Hospiz überweisen.“ Als dann ein unter Zeitdruck organisierter Jet bereit stand, wollte die Klinik den Patienten plötzlich nicht herausrücken. “Es hat ein Missverständnis zwischen Botschaft und Krankenhaus gegeben, bei der Klinik war kein Geld für die Behandlung eingegangen.“

Erst die Blitzüberweisung einer fünfstelligen Summe von der Versicherung Europ Assistance habe die Rückkehr ermöglicht. Das Unternehmen habe mit seiner weltweiten Logistik bei der Rückreise das Patienten geholfen, ebenso wie die Nürnberger Flugambulanz FAI, die den Jet stellte. Nicht nur die Firmen, auch viele Menschen hatten mit kleinen und großen Spenden die Rückreise möglich gemacht. Nach Angaben der Stadt Bamberg waren bis Ende vergangener Woche rund 13 000 Euro zusammengekommen.

Auch Liedermacher Reinhard Mey erklärte sich spontan bereit, einen fünfstelligen Betrag zu spenden. “Alle Einnahmen aus meinem Konzert in Bamberg am 1. November 2011 sollen dazu verwendet werden“, zitiert ihn die Stadt in einer Mitteilung. Den erwarteten Betrag wolle er vorschießen. Der Sänger kann nachfühlen, wie es den Angehörigen des Koma-Patienten geht: Sein Sohn war im März 2009 in ein Wachkoma gefallen.

“Anders als von dem Medien zunächst berichtet, hat der Mann Angehörige hier - aber keine ersten Grades, Kinder oder Eltern“, sagte Andrea Grodel, Sprecherin der Stadt Bamberg. Die Angehörigen, die sich auch aus der Ferne um ihn bemüht hätten, seien nicht in der Lage gewesen, das notwendige Geld aufzubringen. Der Rücktransport habe 25 000 Euro gekostet, die Klinik fordere trotz Teilstundung noch 29 000 Euro. “Wir bitten daher weiter um Spenden“, sagte die Betreuerin.

Die Vorgeschichte des 39-Jährigen bleibt mysteriös. Er sei im Juni 2008 aus Bamberg nach Thailand ausgewandert, sagte die Betreuerin. Was er dort das folgende Jahr gemacht habe, wisse sie nicht. Am 25. Oktober des vergangenen Jahres war er in das Hospital der Stadt Hat Yai gebracht worden. Er hatte sich am Flughafen schwer am Kopf verletzt und war ins Koma gefallen.

Den örtlichen Behörden zufolge war er einen Tag zu früh zu seinem Flug nach Bangkok zum Flughafen gekommen. Weil er noch nicht in die Abflughalle durfte, soll er in die tiefer gelegene Ebene gesprungen sein. Dabei zog er sich die Verletzungen zu. Zudem berichtete die Polizei in Thailand, dass der Mann an den Armen und am Hals Schnitte aufwies.

Das Krankenhaus hatte mit deutschen Behörden zunächst vergeblich nach Verwandten gesucht. Vor rund zwei Wochen hatte das Krankenhaus erklärt, der 39-Jährige erwache langsam aus dem Koma, könne aber nicht sprechen. Tage später begannen die Bemühungen, ihn zurück nach Deutschland zu bringen. Die Betreuerin dankte allen Spendern und Beteiligten. “Es gab so viele Schwierigkeiten, aber immer, wenn ich dachte, es geht nicht, kamen andere mit kleinen Wundern zur Rettung.“

dpa

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