Revision im Fall "Jessica": Mord statt Totschlag?

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Die 29-Jährige tötete ihre Nachbarin Jessica mit rund 40 Stichen und Schlägen.

Karlsruhe/Erlangen - Muss der Fall “Jessica“ neu aufgerollt werden? Die Staatsanwaltschaft fordert eine Verurteilung wegen Mordes.

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe verhandelt an diesem Dienstag über die 29-Jährige aus Erlangen, die nach einem Streit um einen ec-Karten-Betrug ihre Nachbarin Jessica getötet hatte. Sie wurde im Juli 2010 unter anderem wegen Totschlags zu 14 Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Auf die Revision der Staatsanwaltschaft muss der BGH nun prüfen, ob die Tat nicht doch als Mord zu bewerten ist.

Die Angeklagte hatte sich mit der ec-Karte ihrer in der Nachbarschaft wohnenden Freundin Jessica 7000 Euro auszahlen lassen. Als es deshalb zum Streit kam, tötete sie ihr Opfer mit rund 40 Stichen und Schlägen. Das Landgericht Nürnberg-Fürth verurteilte die Mutter dreier Kinder wegen Totschlags sowie wegen Betrugs und Urkundenfälschung. Kurz nach dem Urteil schnitt sie sich mit einer Rasierklinge die Pulsadern auf.

Die Staatsanwaltschaft hingegen fordert vor dem BGH eine Verurteilung wegen Mordes. Dabei wird es darauf ankommen, ob die Angeklagte ihre Nachbarin tötete, um den ec-Karten-Betrug zu verdecken. Eine solche “Verdeckungsabsicht“ würde den Tatbestand des Mordes erfüllen.

dpa

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