Nach Verzögerungen

Rockerprozess in Memmingen - Anklage nun verlesen

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Der Prozess gegen drei Mitglieder einer Rockergruppierung war im Oktober vertagt worden.

Memmingen - Der Prozess gegen drei Mitglieder einer Rockergruppe, die einen 31-Jährigen erschossen haben sollen, hat begonnen. Die vielen Anträge führen allerdings zu einem zähen Verlauf.

Nach mehreren Unterbrechungen ist im Memminger Mordprozess gegen drei Mitglieder einer Rockergruppe die Anklage verlesen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft den 21 bis 27 Jahre alten Männern gemeinschaftlichen Mord vor. Sie sollen für den Tod des Chefs einer Security-Firma verantwortlich sein. Der 31-Jährige war im Dezember 2012 in Neu-Ulm auf offener Straße niedergeschossen worden. Mehrere Anträge der Verteidigung verzögerten die Verhandlung am Montag. Die Anwälte hatten vor dem Landgericht unter anderem beantragt, die Staatsanwältin wegen Befangenheit zu ersetzen. Das Gericht lehnte die Anträge ab.

Wie schon beim Prozessauftakt vor einer Woche gaben sich die Angeklagten äußerst gelassen und plauderten fröhlich mit ihren Anwälten. Dem Vortrag der Staatsanwältin folgten sie teilweise mit Lächeln und Kopfschütteln. Am 18. November soll der Prozess fortgesetzt werden. Wie die Verteidiger ankündigten, wollen die Angeklagten zu ihrer Person, nicht aber zur Sache Angaben machen.

Bomben, Schüsse und Rotlicht

Laut Anklage sollen sich die drei Rocker am Abend des 16. Dezember 2012 mit drei Männern zu einer Aussprache in einem Neu-Ulmer Gewerbegebiet getroffen haben. Einer der Kontrahenten, der Betreiber eines Erotik-Parks, soll das Treffen veranlasst haben. Er machte die Rockergruppierung für eine Bombendrohung in seinem Betrieb und für mehrere Buttersäureanschläge in einer Ulmer Diskothek verantwortlich.

Nach einem Wortgefecht sollen mehrere Schüsse auf die 31 und 41 Jahre alten Begleiter des Erotik-Park-Betreibers abgefeuert worden sein. Während der Ältere einen Lungendurchschuss überlebte, erlag der 31-Jährige aus dem Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg seinen schweren Verletzungen. Laut Anklage soll nur einer der Männer - ein heute 22-Jähriger - geschossen haben. Die Tat soll jedoch zuvor mit dem mitangeklagten Brüderpaar abgesprochen gewesen sein.

dpa

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