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Roth: „Sexuelle Übergriffe dürfen nicht ungeahndet bleiben“

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Claudia Roth
Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen), Staatsministerin für Kultur und Medien. © Boris Roessler/dpa/Archivbild

Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) hat betont, dass man die Vorwürfe und Berichte über Sexismusvorwürfe bei den Bayreuther Festspielen ernst nehmen muss. „Ich gehe davon aus, dass die Leitung der Bayreuther Festspiele den Vorgängen mit Nachdruck nachgehen und die notwendigen Konsequenzen ziehen wird. Sexuelle Übergriffe, egal ob verbal oder körperlich, sind absolut inakzeptabel und dürfen nicht ungeahndet bleiben“, teilte Roth am Freitag in Berlin mit.

Bayreuth/Berlin/München - Intendantin Katharina Wagner hatte sofortige personelle Konsequenzen angekündigt, sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten. Die Zeitung „Nordbayerischer Kurier“ hatte zuvor von körperlichen Übergriffen auf Frauen berichtet, außerdem über sexistische Sprüche und aufdringliche SMS-Nachrichten. Wagner sagte der Deutschen Presse-Agentur am Freitag, sie habe „sexuelle Anzüglichkeiten und teilweise Übergriffe in gewisser Weise“ erlebt. „Ich habe mich aber zu wehren gewusst.“ Die Festspiele beginnen am Montag (25. Juli).

Der Bund ist Gesellschafter der Bayreuther Festspiele GmbH - ebenso wie das Land Bayern. Kunstminister Markus Blume (CSU) teilte mit: „Die im Raum stehenden Anschuldigungen bei den Bayreuther Festspielen wiegen schwer.“ Er erwarte eine umgehende und schonungslose Aufklärung: „Die Festspielleitung steht in der Verantwortung, die Vorfälle rückhaltlos aufzuarbeiten und Konsequenzen zu ziehen. Für Sexismus gilt: Das hat in unserer Gesellschaft nichts zu suchen. Hier muss Null Toleranz gelten.“

Ein weiterer Gesellschafter ist die Stadt Bayreuth. Oberbürgermeister Thomas Ebersberger (CSU) sagte am Freitag auf Anfrage: „Sexuelle Belästigungen und Übergriffigkeiten jeder Art gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verdienen ein klares Stopp-Signal. Dabei ist es völlig irrelevant, ob sie in einem international renommierten Kulturbetrieb, wie es die Bayreuther Festspiele sind, vorkommen, oder im täglichen Arbeitsleben andernorts, in der Schule oder im Verein.“ Dass die Festspielleitung angekündigt hat, den Vorwürfen „mit allem Nachdruck“ nachzugehen, halte er für „den richtigen und angemessenen Schritt“. dpa

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