In 500-Euro-Scheinen

160.000 Euro auf Kirchenaltar gefunden - „Sowas kommt nicht oft vor“

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Mesnerin Maria-Elisabeth Giesa: In 500-Euro-Scheinen hatte ein Unbekannter 160.000 Euro hier auf den Altar gelegt.

Ein Gönner legte 160.000 Euro in 500-Euro-Scheinen auf einen Altar in einer Kirche in Saal an der Donau. Der großzügige Spender bestimmte: Das Geld soll nach Afrika.

Saal an der Donau - Mesnerin Maria-Elisabeth Giesa von der katholischen Pfarrei Christkönigkirche in Saal an der Donau (Kreis Kelheim) schickt sich an, das Hochamt vorzubereiten. Sie geht nach vorne, „und da habe ich auf dem Altar unter dem Liegekreuz ein braunes, unverschlossenes  Kuvert gesehen. Darauf stand: ,Für Afrika‘“, berichtet die 70-Jährige von der Überraschung an Pfingstsonntag vergangenen Jahres. Sie öffnet den Umschlag nicht sofort, sondern bringt ihn in die Sakristei.  Als sie dort reinschaut, stockt ihr vor Schreck der Atem: 500er, viele 500er. Druckfrisch, gebündelt. „Wie viele, das habe ich nicht gezählt.“ Sie händigt das Kuvert Pfarrer Norbert Große aus - es waren exakt 161.000 Euro drin. 

160.000 Euro auf Kirchenaltar gefunden - „Sowas kommt nicht oft vor“

Deswegen spricht man in Saal an der Donau von einem Pfingstwunder, das aber jetzt erst bekannt wurde… Das liegt an den Regularien: Der Pfarrer informierte das Bistum Regensburg und brachte das Bargeld zur Bank. Dort habe er erst einmal Auskunft geben müssen, wie er in den Besitz eines solchen Bündels offensichtlich ungenutzter 500er-Scheine komme, sagte Pfarrer Große der Mittelbayerischen Zeitung.  Die Bank habe die Vorschriften des Geldwäschegesetzes einhalten müssen. Dann begann die lange Suche nach dem unbekannten Wohltäter. 

„Auf dem Umschlag standen die Namen eines Ehepaares“, sagt Bistumssprecher Jakob Schötz. Doch es stellte sich heraus, dass beide Personen verstorben sind. „Also haben wir das Nachlassgericht eingeschaltet.“ Justiz und kirchliche Finanzkammer prüften und prüften. Dass das Geld aus dunklen Quellen kommen könnte, schied dabei aus. Beim zuständigen Polizeipräsidium Niederbayern war kein entsprechender Vorgang bekannt. An jenem Pfingstsonntag kann der Umschlag nicht lange auf dem Altar gelegen haben. Maria-Elisabeth Giesa kann sich an jede Minute erinnern. „Um 7.30 Uhr hat der Pfarrer die Kirche aufgesperrt, um 9 Uhr bin ich gekommen.“ In der Zwischenzeit muss der Wohltäter an den Altar gegangen sein. 

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160.000 Euro in Kirche gefunden: Umschlag mit 500-Euro-Scheinen lag auf Altar 

Schließlich wurde die Spende kurz vor Weihnachten freigegeben. Davon wussten nur wenige, darunter Wolfgang Hiebl (69) von Förderkreis der Mariannhiller Mission mit Sitz in Bad Abbach. 40.000 Euro gehen an diese Organisation. „Damit können wir dazu betragen, dass eine Berufsschule in Tansania gebaut werden kann.“. Der aus Bad Abbach stammende Pater Thomas Winzenhörlein betreut dort Hirtennomaden von der Volksgruppe der Massai, deren Tiere aufgrund des Klimawandels kein Futter mehr finden. Dies zwingt die Massai dazu, sesshaft zu werden. Hiebl sagt zum unerwarteten Geldsegen: „Das ist ein Wunder.“ Auch das restliche Geld geht nach Afrika, drei weitere Projekte werden damit gefördert, ganz so, wie es der unbekannte Spender wollte.

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