Brutale Schläger müssen für sechs und acht Jahre hinter Gitter

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Schuldig: Die beiden Schläger müssen für mehrere Jahre hinter Gitter

Regensburg - Zwei brutale Schläger sind vom Regensburger Landgericht zu sechs und acht Jahren Haft verurteilt worden. Die jungen Männer hatten einen ihnen völlig Fremden fast tot getreten.

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Die brutale Tat hatte Ende 2009 viele Menschen schockiert: Zwei junge Männer treten einen ihnen völlig Fremden fast tot. Anlass war ein Streit um einen umgefallenen Getränkebecher. Das Gericht fällte sein Urteil: Die 22 und 23 Jahre alten Männer wurden des versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung schuldig gesprochen. Sie müssen für sechs, beziehungsweise acht Jahre hinter Gitter.

Die zwei Männer hatten an Weihnachten 2009 auf dem Parkplatz eines Burger-Restaurants in Regensburg einen anderen Gast derart zugerichtet, dass der damals 36-Jährige etliche Schädelbrüche erlitt und fast gestorben wäre. Der 22-Jährige hatte den am Boden liegenden Mann festgehalten, während sein älterer Freund mindestens zweimal mit voller Wucht ins Gesicht des Opfers trat.

Die Schläger wurden auf Anordnung des Vorsitzenden Richters Werner Ebner noch im Gerichtssaal verhaftet. Das Schwurgericht folgte mit seinem Urteil vollständig dem Strafantrag des Staatsanwaltes. Die Verteidiger hatten Bewährungsstrafen verlangt.

Am frühen Morgen des zweiten Weihnachtsfeiertages 2009 waren vor dem Fast-Food-Lokal zwei Gruppen aneinandergeraten. Der Grund: Einem Gast war schlicht ein Getränkebecher vom Tablett gefallen. “Das Verhängnis beginnt mit diesem Ereignis“, sagte Ebner. Es folgten Pöbeleien und eine kleinere Rangelei. Auch das spätere Opfer machte dabei zunächst mit.

Schließlich gingen die beiden Angeklagten auf dem 36-Jährigen los. Innerhalb von nur 32 Sekunden wurde der Mann so zusammengetreten und geschlagen, dass er in akuter Lebensgefahr schwebte. Die Ärzte des Regensburger Uniklinikums mussten ihn künstlich beatmen und ins Koma versetzen, um sein Leben zu retten.

Da das Restaurant mit drei Überwachungskameras ausgestattet war, konnte die Strafkammer das Geschehen auf die Sekunde genau rekonstruieren. Auch auf der Flucht wurden die Täter von einer Kamera bei einem nahe gelegenen Fahrradgeschäft gefilmt. So konnten die Männer nach einer wochenlangen Suche gefasst werden. Die Kripo hatte eine 20-köpfige Sonderkommission gegründet, die Fahndungsseite im Internet wurde rund 30 000 Mal aufgerufen.

Für Unverständnis in der Regensburger Bevölkerung sorgte nach der Festnahme der beiden Männer, dass das Nürnberger Oberlandesgericht die Haftbefehle außer Vollzug setzte und die Schläger somit bis zur Urteilsverkündung frei waren. Richter Ebner setzte die Haftbefehle jedoch nun wieder in Kraft. Wegen der langjährigen Strafen sei sonst die Fluchtgefahr zu groß, erklärte er. Ursprünglich war in dem Prozess noch ein dritter Mann angeklagt, der allerdings an den folgenschweren Tritten nicht beteiligt war. Das Verfahren gegen ihn wurde gegen Zahlung einer Geldsumme eingestellt.

dpa

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