Wie Sie sich schützen können

Polizei warnt vor "Schockanrufen"

München - Böse Masche: Am Wochenende kam es im Allgäu zu sogenannten "Schockanrufen", bei denen mehrere Tausend Euro erbeutet wurden. Um was es sich dabei handelt - und wie Sie sich schützen können.

Trickbetrüger versuchten am Wochenende in Kaufbeuren und Neugablonz, durch sogenannte "Schockanrufe" Geld zu erbeuten. Solche Anrufe kommen immer wieder vor - und sie müssen nicht auf das Allgäu beschränkt sein.

Der Ablauf ist immer ähnlich, erklärt Christian Owsinski, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West: Der Anrufer gibt sich als Angehöriger oder ferner Verwandte aus, in anderen Fällen auch als Mitarbeiter der Justiz. Auf Russisch erzählt er haarsträubende Geschichten: Etwa, dass der Sohn einen Verkehrsunfall verursacht habe, bei dem ein Kind verletzt worden sei. Dann droht er mit Gefägnis oder mit Racheakten, falls er nicht sofort viel Geld bekommt. Noch während des Anrufs teilt der Ganove mit, das ein Geldabholer schon auf dem Weg sei. Dieser klingelt dann auch gleich an der Tür. 

Die Opfer sind in der Regel ältere Personen mit Migrationshintergrund: Sie stammen aus der ehemaligen Sowjetunion. Viele sind nicht mit dem deutschen Rechssystem vertraut, der Anruf überrumpelt sie regelrecht. Oft haben diese Menschen auch kein Vertrauen in die deutschen Banken und bewahren eine große Summe Bares Zuhause auf. Ideale Opfer für die Schockanrufer!

Die Tricks der Daten-Hacker

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Die "Schockanrufer" hatten am Wochenende im Allgäu nur in einem Fall Erfolg. Eine angerufene Frau hatte keinen Sohn und bei einem anderen Opfer befand sich der Sohn in der Wohnung. Eine Frau jedoch gab dem Boten an der Tür einen vierstelligen Betrag.

Der Geldabholer wird folgendermaßen beschrieben: männlich, südländischer Typ, etwa 30 bis 35 Jahre alt und 1,80 Meter groß, kräftige Figur, bekleidet mit einer schwarzen Winterjacke, schwarzer Stoffhose und Kappe.

Hinweise werden an die Kripo Kaufbeuren erbeten: 08341/ 9330.

Vorfälle dieser Art sind jedoch nicht auf Kaufbeuren und Neugablonz beschränkt. "Es ist ein Phänomen, das uns alle betrifft", sagt Owsinski.

Die Zahlen der Schockanrufe sind im letzten Jahr deutlich gestiegen: Bis Anfang September wurden im Polizeipräsidium Schwaben Süd/West zehn Anzeigen erstattet. Die Täter erbeuteten insgesamt 54.000 Euro. Im Vergleich wurde 2011 nur ein Fall gemeldet, bei dem das Opfer 2000 Euro bezahlt hat.

So können Sie sich schützen 

Was können Sie tun, wenn Sie Opfer eines "Schockanrufs" werden? Die Polizeiinspektion Schwaben Süd/West rät, folgende Punkte zu beachten:

1. Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen!

2. Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis!

3. Gehen Sie nicht auf die Forderungen ein, prägen Sie sich jedoch die Stimme und sprachlichen Besonderheiten des Anrufers ein!

4. Notieren Sie die angezeigte Telefonnummer!

5. Notieren Sie eine eventuell genannte Rückrufnummer, sie beginnt meistens mit der internationalen Vorwahl für Litauen 00370....!

6. Rufen Sie unter keinen Umständen zurück!

7. Übergeben Sie niemals Bargeld in fremde Hände!

8. Wenden Sie sich sofort über Notruf 110 an die Polizei!

tp

Rubriklistenbild: © dpa

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