Corona in Bayern

„Die Politik spielt hier mit dem Leben von Schülern“: Herbe Kritik am Wechselunterricht

Bayerns Abschlussklassen sind zur Hälfte wieder in der Schule. Landesschülersprecher Moritz Meusel kritisiert den Wechselunterricht. Es sei eine Gefahr für alle Betroffenen.

München – Die Abschlussklassen in Bayern haben seit Montag wieder Wechselunterricht. Die Hälfte der Schüler sitzt in den Klassenzimmern, die andere Hälfte zu Hause. Dieses Konzept soll das Infektionsgeschehen mit dem Coronavirus* minimieren. Landesschülersprecher Moritz Meusel hält davon aber nichts: „Die Politik spielt hier mit dem Leben von Schülern, Lehrern und deren Umfeld“, kritisiert er in einem Gespräch mit dem Fränkischen Tag. „Das geht zu weit. Wir sind doch keine Versuchskaninchen“, schimpft Meusel, der das Franz-Ludwig-Gymnasium in Bamberg besucht.

Dass die Schulen für Absolventen wieder geöffnet sind, sei „voreilige Aktionismus“, sagt der Schülersprecher. An den meisten Schulen gebe es Probleme mit der Live-Übertragung für die daheim gebliebene Klassen- oder Kurshälfte. Meusel: „Unter den gegenwärtigen Bedingungen kommen die im Unterricht gut mit, die vor Ort in der Schule sind. Die Schüler daheim haben das Nachsehen.“

Corona: Landesschülersprecher kritisiert Wechselkonzep - Distanzunterricht ist „die einzige vernünftige Reaktion“

„Die einzige vernünftige Reaktion“ sei ein guter Distanzunterricht. Ähnliches gelte auch für die Berufstätigen, die nicht mehr täglich ins Büro fahren sollten: „Wenn Schüler zu Hause lernen, dann sollte man von Erwachsenen verlangen können, im Homeoffice zu arbeiten.“

Meusel ist nicht der erste, der den Wechselunterricht kritisiert. In Nürnberg und Augsburg streiken Abschlussschüler*. „Der Online-Unterricht hat sich bei uns sehr gut eingependelt“, findet Efe Can Boztosun, Schülersprecher der FOS II in Nürnberg*. An einem Gymnasium in Augsburg* meldete sich die gesamte 12. Jahrgangsstufe krank. Auch Lehrer und Eltern haben ihr Bedenken*, was den Wechselunterricht angeht.

Noch sind vom Wechselunterricht nur die Abschlussklassen betroffen. Alle anderen Schüler lernen weiterhin von zuhause aus. Die Regelung gilt vorerst bis zum 14. Februar. Wie es dann weitergeht, soll laut Kultusministerium kurzfristig entschieden werden. (ma) * Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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