Schweinmast neben jüdischem Friedhof erlaubt

Würzburg/Nordheim  - Ein Schweinemastbetrieb darf neben einem jüdischem Friedhof gebaut werden. Diversen Klagen, unter anderem einer israelitischen Gemeinde, erteilte das Gericht damit eine Abfuhr.

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Klage gegen Schweinemast neben jüdischem Friedhof

Dem Bau eines Schweinemastbetriebs in unmittelbarer Nähe zu einem jüdischen Friedhof in Nordheim v. d. Rhön steht nach Ansicht des Verwaltungsgerichts Würzburg nichts im Wege. Es wies alleKlagen gegen das landwirtschaftliche Bauprojekt zurück, wie eine Sprecherin am Mittwoch erklärte. Die schriftliche Begründung steht noch aus.

Ein Landwirt hatte nach Angaben der Sprecherin eine Bauvoranfrage für den Bau eines Schweinemastbetriebs für 1000 Tiere an der bayerisch-thüringischen Grenze im Landkreis Rhön-Grabfeld gestellt. Daraufhin hatten die israelitische Kultusgemeinde, die Gemeinden Nordheim v. d. Rhön und Willmars, der Wasserzweckverband Willmarser Gruppe sowie ein Waldbesitzer Klagen eingereicht. Der Landesverband der israelitischen Kultusgemeinde in Bayern hatte vor Gericht argumentiert, dass ein Schweinemastbetrieb in der Nähe des Friedhofs nicht mit dem jüdischen Glauben zu vereinbaren sei: Ein jüdischer Friedhof sei für jeden Juden ein heiliger Ort. Schweine dagegen gelten in der jüdischen Tradition als unrein. Der Friedhof, rund 150 Meter von den geplanten Stallungen entfernt, stammt aus dem 18. Jahrhundert. Ebenso wie die anderen Kläger befürchtet auch die Kultusgemeinde eine massive Geruchsbelästigung durch die Tiermast.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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