Zur Prostitution gezwungen?

Bordellbetreiber schweigt vor Gericht

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Der Hauptangeklagte Michael G. (l.) mit seinem Anwalt Michael Schulze vor dem Landgericht Schweinfurt.

Schweinfurt - Insgesamt 40 Punkte umfasst die Anklageschrift gegen den Bordellbetreiber, unter anderem Vergewaltigung und schwere Körperverletzung. Doch der Angeklagte schweigt vor Gericht.

Ein wegen schweren Menschenhandels angeklagter Bordellbetreiber und zwei mutmaßliche Komplizen haben zu den Vorwürfen vor Gericht zunächst geschwiegen. Sie äußerten sich am Donnerstag im Landgericht Schweinfurt nur zu ihren Lebensläufen. Dem 38-jährigen Hauptangeklagten wird vorgeworfen, Frauen mit Gewalt und Drohungen zur Prostitution gezwungen zu haben. Teilweise soll er sie mit falschen Versprechungen aus Osteuropa nach Schweinfurt gelockt haben. Die Mitangeklagten sollen als Aufpasser für ihn gearbeitet haben.

Zuvor hatte Staatsanwalt Johannes Koschek am zweiten Prozesstag die Anklage verlesen. Sie umfasst 40 Punkte, die Staatsanwaltschaft geht von acht Opfern aus. Über einen Zeitraum von etwa eineinhalb Jahren sollen Frauen in dem Schweinfurter Bordell wiederholt misshandelt worden sein.

Todesdrohungen und Prügel

Der Hauptangeklagte soll die Prostitutierten mehrfach geschlagen und unter Druck gesetzt haben. Um sie daran zu hindern, das Bordell zu verlassen, habe er ihnen auch mit dem Tod gedroht. Einigen nahm er demnach den Pass oder das Handy ab, damit sie keinen Kontakt zu ihrer Familie aufnehmen konnten.

Die 39 und 32 Jahre alten mutmaßlichen Komplizen haben die Frauen nach Auffassung der Staatsanwaltschaft bewacht und ebenfalls misshandelt. Einige Frauen sollen auch vergewaltigt worden sein, zum Teil nahmen die Zuhälter ihnen ihre Einkünfte ab. Alle drei Männer sitzen in Untersuchungshaft.

Für das umfangreiche Verfahren sind bis Herbst 2014 rund 30 Verhandlungstage angesetzt und 90 Zeugen geladen. Zum Prozessauftakt vor einer Woche hatte die Verteidigung beantragt, die Hauptverhandlung wegen angeblicher Mängel der Anklageschrift auszusetzen. Dies wies das Gericht am Donnerstag zurück.

dpa

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