Ehemaliges Reichsparteitagsgelände

Söder: Bund muss Hälfte der Sanierung von NS-Gelände zahlen

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Der bayerische Finanzminister Markus Söder (CSU) präsentiert am 7. Feburar ein 3D-Modell der Zeppelintribüne im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. Das Modell wurde von der bayerischen Vermessungsverwaltung erstellt.

Nürnberg - "Es ist ein nationales Erbe": Der Bund muss nach Ansicht von Finanzminister Markus Söder die Hälfte der Kosten für die Sanierung des NS-Reichsparteitagsgeländes zahlen.

Es bröckelt, Regen dringt ein und Schutt drückt auf das Mauerwerk: Die zentralen Nazi-Hinterlassenschaften in Nürnberg müssen dringend saniert werden. Genaue Messdaten liegen dafür nun vor. Doch wer soll die Sanierung bezahlen?

Der Bund muss nach Ansicht von Finanzminister Markus Söder (CSU) die Hälfte der Kosten für die Sanierung des früheren NS-Reichsparteitagsgeländes übernehmen. „Es ist ein nationales Erbe“, sagte Söder, daher sei ein „substanzieller Beitrag“ des Bundes nötig - „mindestens 50 Prozent“. Der Freistaat werde sich ebenfalls mit einem Prozentsatz „im zweistelligen Bereich“ beteiligen, den Rest müsse die Stadt bezahlen.

Eine grobe Kostenschätzung für die Erhaltung des NS-Propaganda-Bauwerks ging zuletzt von 60 bis 70 Millionen Euro aus. Im nächsten Jahr solle ein Plan erstellt werden, die Sanierung werde dann voraussichtlich bis zu vier Jahre dauern.

Als einer der ersten Schritte wurden die 366 Meter lange Zeppelintribüne und die ehemalige NS-Kongresshalle mit Satellitentechnik millimetergenau vermessen. Die Kosten dafür betrugen etwa 15.000 Euro. Das Zeppelinfeld zu Füßen der Tribüne hatte den Nationalsozialisten einst als Schauplatz für ihre Propaganda-Inszenierungen gedient.

„Jede Treppenstufe, jede Mauer und jeder Felsvorsprung wurden genau vermessen“, sagte Söder. Die neuen Daten seien 200-mal genauer. Mit ihrer Hilfe könne beispielsweise eine eventuelle Einsturzgefahr des schätzungsweise 150.000 Tonnen schweren Gebäudes erkannt werden. Damit sei die Tribüne etwa dreimal so schwer wie die „Titanic“.

Söder übergab die Messdaten und ein etwa 5000 Euro teures und 1,5 Meter langes, maßstabsgetreues Modell der Zeppelintribüne am Freitag an die Stadt. Außerdem seien die Daten künftig für jeden Interessierten im „Geoportal Bayern“ in Internet abrufbar.

Die Stadt Nürnberg beklagt seit Jahren den maroden Zustand der Zeppelintribüne. Die Fassaden des Monumentalbaus bröckelten. Bei einer Sprengung der Säulengalerie im Jahr 1967 sei zudem die Abdeckung der darunterliegenden Gebäude zerstört worden. Regenwasser könne ungehindert ins Innere sickern.

lby

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