Mediziner protestieren

Versetzung nach Kritik an Söders Corona-Politik: Ehemaliger Leiter des Gesundheitsamts klagt

Markus Söder steht mit Maske an einem Mikrofon
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Weil er die bayerische Regierung um Markus Söder für die Corona-Politik kritisiert hatte, wurde ein Arzt versetzt (Symbolbild).

Friedrich Pürner wurde versetzt, nachdem er Kritik an Söders Corona-Politik geäußert hatte. Dagegen klagt der ehemalige Leiter des Gesundheitsamtes in Aichach-Friedberg nun.

Aichach-Friedberg - Nach seiner umstrittenen Versetzung an das Gesundheits-Landesamt klagt der ehemalige schwäbische Amtsarzt Friedrich Pürner auf eine Rückkehr an seine frühere Arbeitsstelle. Der Leiter des Gesundheitsamtes im Landkreis Aichach-Friedberg war im Herbst 2020 an das Landesamt abgeordnet worden. Zuvor hatte er die Corona*-Politik der bayerischen Staatsregierung um Ministerpräsident Markus Söder* kritisiert. Dies war von vielen als Strafversetzung verstanden worden.

Nach Corona-Kritik „strafversetzt“ - Amtsarzt Pürner reicht Klage ein

Wie am Dienstag im Landtag in München bekannt wurde, hat Pürner gegen seine Versetzung Klage beim Augsburger Verwaltungsgericht eingereicht. Der Ausschuss für Fragen des öffentlichen Dienstes des Parlaments hat über eine Petition einer Bürgerin zu entscheiden, die sich ebenfalls gegen die Versetzung richtet.

Der frühere Gesundheitsamtschef ist nun in der Dienststelle Oberschleißheim des Landesamtes mit dem Aufbau der neuen Abteilung beschäftigt. Das wurde in dem Ausschuss bekannt. Das Gesundheitsministerium begründe die Versetzung damit, dass Pürner für diese Tätigkeit besonders qualifiziert sei, hieß es in dem Ausschuss. Wegen des laufenden Gerichtsverfahrens will der Landtagsausschuss nun erst später über die Petition entscheiden.

Coronavirus: Gesundheitsamts-Chef kritisiert Corona-Strategie und wird prompt versetzt

Amtsarzt Pürner versetzt: Mediziner protestieren mit offenem Brief

Mit einem offenen Brief hatten bereits mehrere Hundert Mediziner gegen die Versetzung Pürners protestiert. Die Ablösung des Gesundheitsamtschefs sei ein inakzeptabler autoritärer Versuch, „legitime und in der aktuellen Situation besonders notwendige ärztlich-wissenschaftliche Diskussionen zu unterdrücken“, hieß es in dem Brief an die Staatsregierung. Pürner hatte beispielsweise die Teststrategie als verfehlt kritisiert. Die Corona*-Vorgaben für Schulen und Kindergärten hatte er ebenfalls abgelehnt. (kam/dpa)*Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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