Spessartmörder wollte sich umbringen

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Alexander R.

Aschaffenburg - Der mutmaßliche Spessartmörder Alexander R. hat versucht, sich das Leben zu nehmen. Der Prozess, der heute hätte beginnen sollen, wird ausgesetzt.

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Mit einer Rasierklinge hat der mutmaßliche Frauenmörder von Mespelbrunn kurz vor Prozessbeginn versucht, sich umzubringen. In seiner Zelle im Gefängnis von Würzburg schnitt sich Alexander R. am Montagmorgen in die Unterarme, um die Pulsadern zu verletzen. Der Zustand des 37-Jährigen sei danach aber nicht lebensbedrohlich gewesen, sagte Gefängnisleiter Robert Hutter. Alexander R. wurde in die psychiatrische Abteilung der Justizvollzugsanstalt verlegt.

Eigentlich sollte der Mann aus der kleinen Spessartgemeinde Heimbuchenthal am Montag vor dem Landgericht Aschaffenburg erscheinen. Hier wird ihm der Prozess gemacht, unter anderem wegen Mordes an seiner großen Liebe Carmen. Der 37-Jährige soll die dreifache Mutter Ende Juli 2008 auf dem Parkplatz des Schlosshotels Mespelbrunn (Landkreis Aschaffenburg) mit einem Küchenmesser erstochen haben, weil sie seine Liebe nicht erwiderte. Beide hatten im Schlosshotel gearbeitet, kannten sich.

Oberstaatsanwalt Walther Schmidt wirft dem 37-Jährigen neben Mord unter anderem auch schweren Raub, erpresserischen Menschenraub, Geiselnahme und Freiheitsberaubung vor. Der Mann soll während seiner einjährigen Flucht etliche Straftaten begangen haben.

Die Anklageschrift wurde am Montag nicht verlesen. Wegen des Selbstmordversuchs wurde der Prozess ausgesetzt. Am 6. Mai werde es weitergehen, sagte der Vorsitzende Richter Stefan Tratz. Bis dahin soll der Angeklagte wieder verhandlungsfähig sein.

Nach Worten des Gefängnisleiters gab es bisher keine Hinweise, dass sich Alexander R. das Leben nehmen wollte. “Es ist bei uns üblich, dass sich die männlichen Gefangenen am Morgen rasieren“, erklärte Hutter. Der 37-Jährige habe einen Einwegrasierer erhalten, der “nicht besonders gefährlich“ sei. Damit habe er sich nur oberflächlich verletzen können. Die anderen Zelleninsassen sollen von dem Selbstmordversuch nichts mitbekommen haben.

Der mutmaßliche Mörder hatte bereits in der vergangenen Woche für Aufregung gesorgt, als bekanntwurde, dass er seit Ende März nichts mehr gegessen hat. Am Sonntag habe der 37-Jährige seinen Hungerstreik aber beendet, sagte Hutter. Der Untersuchungshäftling habe ein paar Kilos verloren und sei geschwächt, könne aber alleine gehen.

Oberstaatsanwalt Schmidt möchte Alexander R. lebenslang hinter Gitter bringen. Zudem sollte nach Ansicht der Anklage die besondere Schwere der Schuld festgestellt und Sicherungsverwahrung angeordnet werden. Das vorläufige psychiatrische Gutachten - es wurde vor Prozessstart erstellt - hat ergeben, dass der Angeklagte schuld- und prozessfähig ist.

dpa

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