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ADAC warnt vor dem Superstau zum Ferienstart in Bayern - auch wegen Corona

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Von: Dominik Göttler

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Zum Start der Ferien wird es voll auf Bayerns Autobahnen. Weil viele Fernreisen wegen Corona nicht möglich sind, rechnet der ADAC mit deutlich mehr Autofahrern als ohnehin schon üblich.

München – Nach einem Winter im Lockdown, Monaten im Homeoffice und nun auch noch verregneten Wochen drängt es die Bayern in den Urlaub. „Die Reiselust ist riesengroß“, sagt Rudolf Vogler vom ADAC. „Aber die Unsicherheit genauso.“ Vom erhofften entspannten Corona-Sommer ist nicht mehr allzu viel übrig. Die Delta-Variante* treibt in vielen Reiseregionen die Infektionszahlen wieder in die Höhe. Deswegen setzten viele Urlauber auf Ziele, die mit dem Auto erreichbar sind, sagt Alexander Kreipl, Verkehrsexperte des ADAC Südbayern.

Bayern: Sommerferien beginnen - ADAC warnt vor hoher Staugefahr

Das dürfte vor allem am ersten Ferienwochenende für erhebliche Staus auf den Autobahnen in und um Bayern führen. Besonders beliebt seien heuer die Ziele Nord- und Ostsee, sowie die Dauerbrenner Italien, Österreich und Kroatien, heißt es beim ADAC. Dazu kommen die Touristen, die im Freistaat selbst Urlaub machen wollen. Letzter Schultag ist der Donnerstag, schon da werden viele aufbrechen, prognostiziert Kreipl. Richtig voll wird es dann aber am Freitag sowie am Samstag, an dem das höchste Verkehrsaufkommen der gesamten Saison erwartet wird. Kreipls Rat: „Wenn es irgendwie geht, fahren Sie erst am Dienstag oder Mittwoch in den Ferien los.“ Bis dahin sollte sich die Lage an den Autobahn-Nadelöhren wieder etwas beruhigt haben.

Staustrecken und Baustellen im Süden: Zum Start der Sommerferien warnt der ADAC vor langen Wartezeiten an viel befahrenen Autobahnstrecken in Bayern
Staustrecken und Baustellen im Süden: Zum Start der Sommerferien warnt der ADAC vor langen Wartezeiten an viel befahrenen Autobahnstrecken in Bayern. © FKN

Wenn es gar nicht anders geht und die Anreise am Freitag oder am Samstag erfolgen muss: Entweder früh morgens oder am späten Nachmittag losfahren, rät der ADAC. Denn schon bevor die Bayern überhaupt in die Ferien gestartet sind, habe sich gezeigt, dass die Wartezeiten im Auto heuer ziemlich lang werden können. „Letzte Woche hat es zum Beispiel am Grenzübergang Suben bei Passau zwei Stunden gedauert“, sagt Kreipl. Und auch an der Mautstelle Sterzing an der Brennerautobahn sei es bereits zu Wartezeiten von bis zu einer Stunde gekommen. Gerade mit Kindern im Auto sei da ein gutes Unterhaltungsprogramm gefragt.

Erschwerend hinzu kommt eine ganze Reihe von Baustellen. Zum Beispiel an der A9 von München nach Nürnberg zwischen dem Dreieck Holledau und dem Rastplatz Baarer Weiher. Und auch wer plant, über Garmisch-Partenkirchen gen Süden zu fahren, muss mit Behinderungen rechnen: Auf der A95 bei Schäftlarn wird gebaut, ebenso an der Tunnelbaustelle der B2 bei Oberau.

Sommerferien in Bayern: Das gilt bei Einreise nach Österreich - ADAC warnt Gaffer

Bei der Einreise nach Österreich gilt weiterhin: PCR-Test (maximal 72 Stunden alt) oder Schnelltest (48 Stunden) sind Pflicht – außer man ist geimpft oder genesen. Bis zum 15. August reicht dafür in Österreich noch die einfache Impfung, die aber mindestens 22 Tage her sein muss. Danach ist auch im Nachbarland die vollständige Impfung nötig. Eine zusätzliche Online-Registrierung ist bei Reisen aus Deutschland aktuell nicht nötig.

Im Zuge der Reiseverkehrsprognose machte der ADAC erneut auf ein Problem aufmerksam, das nicht nur die Autobahnen betrifft: die Gaffer. Die Münchnerin Kerstin Weng berichtete, wie sie selbst im September 2019 nach einem Autounfall Opfer von Gaffern wurde. „Man fühlt sich ausgeliefert, wie ein Tier im Zoo“, sagte sie. Stefan Pfeiffer, Leiter der Autobahnpolizei in Feucht bei Nürnberg, hatte für Schlagzeilen gesorgt, als er nach einem tödlichen Lkw-Unfall einen Gaffer anherrschte: „Da liegt er, wollen Sie ihn sehen?“ Auch er mahnt erneut dringend dazu, das Handy bei Unfällen in der Tasche zu lassen. „Jeder sollte sich vergegenwärtigen: Wie würde ich mich fühlen, wenn ich in so einer Situation im Unfallauto wäre?“ *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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