Strafbefehl gegen Landtagsabgeordneten 

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Bernhard Pohl muss sich verantworten.

München - Im Untersuchungsausschuss zu den Milliardenverlusten der Bayern LB hatte der Landtagsabgeordnete Bernhard Pohl (FW) moralische Standards hochgehalten. Nun muss er sich selbst verantworten - wegen falscher Verdächtigung.

München - Der Allgäuer Landtagsabgeordnete Bernhard Pohl hat wegen falscher Verdächtigung einen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Kempten kassiert. Der Freie Wähler-Politiker war zweimal von der Polizei bei Verkehrsdelikten erwischt worden - hatte aber beide Male erklärt, nicht er sei am Steuer gesessen, sondern ein Bekannter. Deswegen erfolgte “eine Verurteilung im Strafbefehlswege“, wie die Justizbehörde am Dienstag auf Anfrage mitteilte. Er musste eine Geldstrafe in unbekannter Höhe zahlen.

Pohl ist auch als früherer Präsident des Eishockeyclubs ESV Kaufbeuren bekannt. Seine Vergehen wiegen nicht schwer: Nach früheren Angaben fuhr er einmal zu dicht auf, das zweite Mal war er 21 Stundenkilometer zu schnell. Dennoch erregte der Fall im Landtag Aufsehen, denn Pohl ist Rechtsanwalt und hielt im Untersuchungsausschuss zu den Milliardenverlusten der BayernLB moralische Standards hoch.

“Ich habe einen Fehler gemacht und dafür stehe ich jetzt gerade“, sagte Pohl auf Anfrage. “Es waren Stresssituationen. Ich habe versehentlich angegeben, dass jemand anders für mich gefahren ist.“ Zur Höhe der Geldstrafe sagte er nichts. “Es waren Tagessätze im unteren Bereich.“ Hätte Pohl den Strafbefehl nicht akzeptiert, wäre es zum Prozess gekommen, der vermutlich sehr viel größeres Aufsehen ausgelöst hätte.

dpa

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