Tarifstreit im Nahverkehr beigelegt

München - Wochenlang hat der DBB für einen eigenen Tarifvertrag im öffentlichen Nahverkehr gekämpft. Nun übernimmt die Gewerkschaft den bereits von Verdi ausgehandelten Tarifvertrag.

Der seit Wochen anhaltende Tarifkonflikt im öffentlichen Nahverkehr Bayerns ist beigelegt. Der Deutsche Beamtenbund (DBB Tarifunion) übernimmt den bereits zwischen dem Kommunalen Arbeitgeberverband Bayern (KAV) und der Gewerkschaft Verdi erzielten Abschluss über unter anderem 3,5 Prozent mehr Geld, wie der DBB am Montagabend mitteilte. Weitere Streiks seien damit vom Tisch, sagte DBB-Verhandlungsführer Willi Russ. “Damit hält ab sofort wieder Normalität im bayerischen Nahverkehr Einzug.“ Allerdings werde der DBB 2011 mit dem KAV noch einmal über die Arbeitszeiten reden. Der DBB vertritt bayernweit rund 1000 der 6500 Beschäftigten im kommunalen Nahverkehr des Freistaats.

Anders als Verdi hatte der DBB die Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag mit dem KAV für gescheitert erklärt und nach einer Urabstimmung für eine eigene Vereinbarung gekämpft und tageweise - unter anderem während des Oktoberfestes in München - gestreikt. “Der DBB hätte diesen Abschluss bereits am 20. August haben können“, sagte KAV-Geschäftsführer Armin Augat am Montagabend und bestätigte die Einigung mit dem DBB. Die Arbeitgeber hatten sich mit Verdi Mitte August bereits unter anderem auf 3,5 Prozent mehr Geld geeinigt.

KAV und Verdi hatten das Vorgehen des DBB, der die Tarifverhandlungen stellvertretend für die Lokführergewerkschaft (GdL) führt, stets scharf kritisiert. DBB- Verhandlungsführer Russ sagte, der Arbeitskampf in der aktuellen Tarifrunde sei mit der Übernahme des Abschlusses beendet, die Mitglieder müssen in einer Urabstimmung dem Vertrag noch zustimmen. Laut einer gemeinsamen Erklärung wollen DBB und KAV im kommenden Jahr eine Kommission bilden, die umstrittene Fragen zur Arbeitszeit erörtern soll. Lassen sich dazu keine Vereinbarungen finden, so werden die Probleme Teil der nächsten Tarifrunde im Jahr 2012.

dpa

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