Tausende Sternsinger ziehen von Haus zu Haus

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bis 6. Januar werden wieder tausende Kinder als Sternsinger von Haus zu Haus ziehen.

München - Viele Tausend Sternsinger sind seit Jahresbeginn wieder in Bayern unterwegs. Verkleidet als die heiligen Könige bringen sie Segenswünsche für das neue Jahr und sammeln für ein katholisches Kindermissionswerk.

Tobias Opperer aus Rohrdorf bei Rosenheim hat schon im Dezember mit den Vorbereitungen begonnen. Er ist zusammen mit anderen Oberministranten aus seiner Pfarrei für die Organisation verantwortlich. Der 17-Jährige hat als Lied “Die Weisen aus dem Morgenland“ ausgewählt, allerdings diesmal in einer anderen Version: “Ich habe im Internet nach einer geänderten Melodie gesucht und auch gleich etwas gefunden. Ich wollte mal Abwechslung.“

Etwa 20 Mädchen und Buben ziehen allein in Rohrdorf mit Krone und Stern von Haus zu Haus. “Jede Pfarrei macht ihre eigene Sternsingergruppe“, erläutert Tobias Utters vom Erzbischöflichen Jugendamt. In der gesamten Erzdiözese München und Freising ziehen weit über 10 000 Sternsinger verkleidet als die drei biblischen Weisen Caspar, Melchior und Balthasar von Haus zu Haus. Bundesweit beteiligen sich rund 500 000 Kinder und Jugendliche aus rund 12 000 Pfarreien an der Aktion Dreikönigssingen.

Die heiligen Könige bringen Segenswünsche für das neue Jahr und schreiben ihren Spruch an die Tür: C + M + B. “Die Leute meinen fälschlicherweise, dass das für die Namen der drei Weisen aus dem Morgenland - Caspar, Melchior und Balthasar - steht“, sagt Utters. “Es heißt aber “Christus Mansionem Benedicat“: Christus senge dieses Haus.“

Seit 1958 gibt es die Aktion Dreikönigssingen des katholischen Kindermissionswerks “Die Sternsinger“ und des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Das Missionswerk für notleidende Kinder in aller Welt unterstützt rund 3000 Projekte in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa.

Bei der vergangenen Sternsingeraktion kamen allein im Erzbistum München und Freising mehr als zwei Millionen Euro zusammen, bundesweit waren es fast 40 Millionen Euro. Das Geld kam vordringlich Senegal zugute. 2011 ist Kambodscha das Beispielland, für das verstärkt Geld verwendet wird. “Besonderes Augenmerk liegt dieses Jahr auf Kindern mit Behinderung“, sagte Utters. Gerade in Kambodscha gebe es viele kriegsversehrte und teils durch Minen verletzte Kinder. “Bei der Sternsingeraktion zeigen Kinder auch bei uns Stärke durch ihren Einsatz und ihr Engagement für andere“, erklärt dazu Alois Obermaier, BDKJ-Diözesanvorstand. “Aber wir wollen nicht nur Geld sammeln, sondern auch Bildungsarbeit leisten und Bewusstsein für Menschen mit Behinderung schaffen.“

Was vor den Haustüren fröhlich und leicht daherkommen soll, ist oft mühsam. Die Sternsinger gehen bei Eis und Schnee von Haus zu Haus gehen und tragen immer wieder das auswendig gelernte Lied vor. “Wir trichtern den Kindern ein, dass sie auf warme Kleidung achten sollen. Schließlich gibt es selten eine Gelegenheit zum Aufwärmen“, weiß Opperer.

Aufwärmgelegenheiten sind in der Tat nur da, wenn gastfreundliche Leute die Kinder und Jugendlichen hereinbitten und ihnen einen heißen Tee und kleine Stärkungen anbieten. Doch das passiert nicht oft. Und selbst wenn jemand so freundlich ist, können die Sternsinger nicht lange im Warmen bleiben, schließlich ist der Tagesplan straff.

Wenig motivierend für die kleinen Sternsinger sind unfreundliche Bürger oder gar knallende Haustüren. “Mit gelegentlicher Ablehnung müssen sie manchmal fertig werden“, meint Tobias Opperer. “Aber so etwas passiert zum Glück sehr selten.“ Meistens kommen die kleinen Könige aus dem Morgenland gut an. “Die Kinder und Jugendlichen sind sich bewusst, dass sie fast überall gern gesehen werden.“

dpa

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