Wettbewerb „Not-a-boring-competition“

Münchner Studenten bauen Tunnelbohrmaschine für Elon Musk - und wollen nach Kalifornien

Der Prototyp des Bohrers ist bereits fertig: Die Studenten Haokun Zheng (links), Elias Schmid zeigen ihren Bohrer für den Wettbewerb.
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Der Prototyp des Bohrers ist bereits fertig: Haokun Zheng (links), Elias Schmid und die anderen TUM-Studenten hoffen, dass sie mit ihrer Maschine zum Wettbewerb nach Kalifornien fliegen dürfen.

Eine Gruppe Studenten der Technischen Uni München arbeitet gerade an einem Projekt, mit dem sie es bis nach Kalifornien schaffen will. Tesla-Gründer Elon Musik hat einen weltweiten Wettbewerb ausgerufen. Es geht um die schnellste Tunnelbohrmaschine. Ihren Prototyp haben die Studenten bereits fertig – nun brauchen sie Sponsoren. 

  • Der amerikanische Unternehmer und Tesla-Gründer Elon Musk hat den weltweiten Wettbewerb „„Not-a-boring-competition“ ausgerufen.
  • Es geht darum, die schnellste Tunnelbohrmaschine zu bauen.
  • Auch Studenten aus der Technischen Universität München machen mit - und suchen Sponsoren, um für den Wettbewerb nach Kalifornien reisen zu können.

Die Technische Universität München ist für innovative Projekte und schlaue Köpfe bekannt. Nach dem großen Erfolg des Hyperloops – ein Hochgeschwindigkeitsverkehrssystem, das sich mit mehr als 1000 Kilometern pro Stunde fortbewegt – könnte nun der nächste Triumph folgen. 60 Studenten arbeiten derzeit fast rund um die Uhr an einer Tunnelbohrmaschine. Ihr Ziel: Sie wollen den vom amerikanischen Unternehmer und Tesla-Gründer Elon Musk weltweit ausgerufenen Wettbewerb „Not-a-boring-competition“ gewinnen.

„Wir leben dreidimensional. Unsere Häuser sind mehrstöckig, unsere Büros ragen in die Höhe“, sagt Elias Schmid. Der 20-Jährige ist Luft- und Raumfahrttechnikstudent aus München und gehört zu den Gründungsmitgliedern der Gruppe. „Warum das also nicht auf den Verkehr übertragen und ihn unter die Erde verlegen?“ In München gebe es schon positive Beispiele, wie die Stammstrecke oder Teile des Mittleren Rings, wo das gut funktioniert. Doch es ist noch mehr möglich, glaubt er. Keine ewig langen Staus, keine nervigen roten Ampeln, kein ständiger Lärm – so könnte München in der Zukunft aussehen. Dafür ist jedoch ein komplexes Tunnelsystem nötig, das viel Geld kostet. Mit 15 bis 20 Millionen Euro ist zu rechnen – pro Kilometer. Bei einer Strecke vom Münchner Hauptbahnhof bis zum Flughafen wären das 600 Millionen Euro.

Deshalb ist der Wettbewerb in Kalifornien so wichtig für die Studierendeninitiative der TU München. „Wir wollen die Aufmerksamkeit auf das Thema Tunnel lenken und Sponsoren generieren“, sagt der Münchner Haokun Zheng. Der 19-Jährige gehört zur Projektleitung und studiert Informatik. Ein genaues Preisgeld ist bislang noch nicht ausgeschrieben.

Die schnellste Tunnelbohrmaschine gewinnt

Elon Musk verlangt von den internationalen Teilnehmern eine Tunnelbohrmaschine, die einen 30 Meter langen Tunnel mit einem Durchmesser von 50 Zentimeter schafft – der Schnellste gewinnt. Der Wettbewerb soll im Frühjahr stattfinden. Noch sind die Studenten in der Planungsphase.

Die erste Idee hatte Elias Schmids Bruder Kilian schon vor zwei Jahren. Aufgegriffen hat sie im Juli ein Team von zehn Interessierten. Seitdem ist die Initiative auf 60 Studenten aus über 16 verschiedenen Fakultäten und Nationen gewachsen. Das Durchschnittsalter beträgt 23 Jahre. „Uns verbindet, dass wir neben dem theoretischen Studium auch etwas Praktisches machen“, sagt Zheng. Per Videokonferenz tauschen sich die Studenten regelmäßig aus. „Es ist Hobby, Leidenschaft, Arbeit und Faszination zugleich“, sagt Schmid über das Projekt.

Der Prototyp ist schon fertig

Die finale Maschine ist zwar noch in der Entwicklung, doch der Prototyp ist schon fertig. Ein weißer zylinderförmiger schuhkartongroßer Klotz mit der Aufschrift „TUM-Boring – Innovation in tunneling“, an der einen Seite ein schwarzer Aufsatz, an der anderen Seite ein Loch für den Motor. Mit der 30 Kilo schweren Maschine haben die Studenten bereits erste Bohrungen im Garten von Elias Schmid im Münchner Norden gemeistert.

Das Team wird vom Präsidenten der TUM, Professor Thomas Hofmann, unterstützt. Er ist Schirmherr. Trotzdem brauchen die Studenten Sponsoren, damit sie mit ihrer Maschine nach Kalifornien fliegen können (Kontakt: team@tum-boring.com). „Es wäre eine Ehre, am Wettbewerb teilnehmen zu können“, sagt Zheng.

Ebenfalls mit von der Partie sind drei Stundeten aus Fulda, wie die Fuldaer Zeitung berichtet. Die Fuldaer Zeitung ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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