Bergsteiger (36) steckt auf Tiroler Gletscher im Eis fest: Rettung mit schwerem Gerät

Mann klemmt in Gletscherspalte fest - Rettung per Presslufthammer

Bergretter räumen das abgeschlagene Eis aus der Gletscherspalte, in der der Bergsteiger festklemmte.
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In dieser Gletscherspalte steckte der Bergsteiger fest

Außergewöhnlicher Rettungseinsatz in den Ötztaler Alpen (Tirol): Ein Bergwanderer aus Schwaben stürzte am Kesselwandferner in eine Gletscherspalte und klemmte fest. Die Bergwacht musste schweres Gerät herbeischaffen, um ihn zu befreien

Mit einem gleichaltrigen Kameraden war der 36-jährige Bergsteiger aus Berkheim bei Memmingen auf dem Kesselwandferner unterwegs, der sich vom Zungenende auf einer Höhe von rund 2700 Metern bis hoch zum 3497 Meter hohen Fluchtkogel nahe der italienischen Grenze zieht. Auf 2957 Meter Höhe wollten die beiden Bergsteiger eine Gletscherspalte auf einer Schneebrücke überqueren–das ist Schnee, der im Winter über die Spalte geweht wurde und sich verfestigt hat.

Der Kesselwandferner vom Rettungshubschrauber aus gesehen

Doch die Schneebrücke war nicht stark genug, um den Schwaben zu halten–sie brach unter seinem Gewicht zusammen, er stürzte etwa fünf Meter in die Tiefe, wo ebenfalls Schnee im Eis steckte, auf dem der Sturz endete. Sein Glück: Gletscherspalten können in Tirol eine Tiefe von 35 Metern und mehr haben! Der Bergsteiger überstand den Sturz ohne äußerliche Verletzungen, doch er war eingeklemmt im ewigen Eis! Sein Kamerad versuchte, ihn am Seil nach oben zu ziehen, doch der Schwabe steckte fest. Auch ein dazukommender Bergführer konnte nicht helfen, die Männer verständigten schließlich die Bergrettung Sölden. Zwei Hubschrauber stiegen zu dem feststeckenden Bergsteiger auf.

Die Einsatzstelle auf dem Gletscher

„Wir haben einen Schremmhammer nach oben geflogen, um den Mann zu befreien“, erklärt Maximilian Riml von der Bergrettung Sölden, der selbst vor Ort war. Ein Schremmhammer ist eine Art Presslufthammer – nur mit Strom betrieben, der aus einem Notstromaggregat kam, das ebenfalls auf den Gletscher geflogen wurde. Riml: „Der Mann steckte bis zum Oberschenkel fest, es war schwierig, das weggestemmte Eis aus der Spalte zu holen, weil es dort enorm eng war.“ Mit einem kleinen Eimer wurden die Brocken nach und nach nach oben befördert.

Die Bergretter an der Spalte

Nach zweieinhalb Stunden war es endlich so weit: Der Bergsteiger war aus dem Eis befreit und konnte an die Oberfläche gehievt werden. 13 Bergretterinnen und Bergretter aus Sölden waren an der Aktion beteiligt, außerdem die Alpinpolizei. Die Bergung nahm ein vergleichsweise glimpfliches Ende. Riml: „Keine Verletzung zu sehen, er konnte auch die Zehen bewegen. Allerdings war der Mann etwas unterkühlt.“ Vorsichtshalber wurde der Bergsteiger darum ins Klinikum nach Zams (Tirol) geflogen.

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