Mann auf Radweg mit Armbrust erschossen?

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Am Mittwochabend arbeiten Polizeibeamte von der Spurensicherung am Tatort - ein Radweg am Ortsrand von Weiden.

Weiden/Regensburg -Ein mysteriöser Mordfall stellt die Polizei im oberpfälzischen Weiden vor Rätsel. Ein 66-jähriger Mann wurde mit einer Stichwunde im Rücken entdeckt. In der Nähe lag eine Armbrust im Gras.

Er war plötzlich in einer furchtbaren Situation. Allein mit einem Menschen, der auf freiem Feld in der Dunkelheit im Sterben liegt. Kein Handy dabei und keine Hilfe in der Nähe. Der junge Mann, der am Mittwochabend in Weiden mit dem Hund Gassi ging, fand neben dem Weg einen lebensgefährlich verletzten Füßgänger. Fünf Meter von dem Sterbenden entfernt lag eine Metall-Armbrust im Gras. Der Hundehalter versuchte noch, die Wunden am Rücken des Opfers zu versorgen, er brachte dann den Verletzten in die Seitenlage und rannte los – um Alarm zu schlagen. Doch die Verletzungen waren zu schwer: Der Notarzt konnte dem Fußgänger nicht mehr helfen.

Erneut wird damit die Oberpfalz von einem Kapitalverbrechen erschüttert. Vor einer Woche starben vier Menschen bei Gewaltdelikten, nun wird wieder wegen Mordes ermittelt. Derzeit wird nach einem jungen Pärchen gesucht, das der Ersthelfer dabei beobachtete, wie es zu einem Honda mit dem Kennzeichen NEW oder WEN ging und einstieg.

Bei dem Opfer handelt es sich um Wolfgang B., der rund einen Kilometer vom Tatort entfernt wohnte. Der 66-Jährige hatte sich von seiner Frau getrennt und sich seit Jahrzehnten völlig aus der Gesellschaft zurückgezogen. Weshalb er an diesem Abend bei frostigen Temperaturen zwischen Konradshöhe und Ermersricht unterwegs war, ist genauso unklar wie die Rolle der Armbrust. Ist sie die Tatwaffe oder gehörte sie gar dem Opfer selbst?

Nach einem ersten Augenschein ist Wolfgang B. einer Stichverletzung am Rücken erlegen. Ob diese Verletzung von einem Geschoss – etwa einem Bolzen – herrührt, teilte die Polizei gestern nicht mit.

Während der Ermittlungen hat sich auch eine Frau bei der Kripo gemeldet, die ebenfalls zum Tatzeitpunkt das Pärchen sah. Die Fahndung nach den beiden läuft. „Es ist aber völlig offen, ob diese beiden Personen in irgendeinem Zusammenhang mit der Tat stehen“, sagt Sprecher Michael Rebele vom Polizeipräsidium.

Während Bereitschaftspolizisten gestern den Auffindeort durchkämmten, blühten in der gemütlichen Stadt die Verschwörungstheorien. So sollen immer wieder Armbrustschützen in der Gegend herumlaufen, die illegal Kämpfe austragen. Auch von Computerspielern wird geredet, die aus virtuellen Attacken echte folgen lassen wollten. Für nichts davon gibt es aber Beweise

al/mc

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