Traditionelle Bäcker geben immer häufiger auf

München - Früher gehörte der Dorfbäcker in jeden kleinen Ort wie die Kirche und das Wirtshaus. Doch immer mehr Bäcker geben auf: Industriebäcker und Discount-Läden machen dem traditionellen Handwerk zu schaffen.

In den ländlichen Gebieten Bayerns geben die traditionellen Dorfbäcker immer häufiger auf. “Im vergangenen Jahr sind 73 Betriebe geschlossen worden“, sagte Heinrich Traublinger, Landesinnungsmeister für das Bäckerhandwerk, am Donnerstag in München. Schuld sei vor allem die wachsende Konkurrenz von Discountern und industriellen Großanbietern, die den verbliebenen rund 3000 Bäckereien zunehmend zu schaffen machten.

“Wir müssen verstärkt auf Qualität achten, denn das Preisniveau können wir den Discountern nicht anpassen“, sagte Traublinger. Jeder Ort soll nach seiner Ansicht einen Bäcker und andere kleine Läden haben, so dass die Einwohner die großen Supermärkte gar nicht bräuchten. “Der Dorfkern muss lebensfähig bleiben“.

Im vergangenen Jahr konnten Bayerns Bäckereien ihre Umsätze mit insgesamt knapp 2,4 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahres halten. Durch den mangelnden Nachwuchs sei die Zahl der Lehrlinge allerdings um 605 auf 6571 gesunken. Der künftige Fachkräftemangel sei besorgniserregend. Denn durchschnittlich brauche eine Bäckerei rund 16 Mitarbeiter. Die Zahl der Mitarbeiter ist im Jahr 2010 leicht zurückgegangen und lag zuletzt bei 49 000.

dpa 

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