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Trennung von Trainer Klauß: „Hochdruck“ beim Nachfolger

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Robert Klauß
Der ehemalige Nürnberger Trainer Robert Klauß gestikuliert am Spielrand. © Uli Deck/dpa

Dieter Hecking handelt. Trainer Robert Klauß muss nach dem Absturz des 1. FC Nürnberg in dieser Saison gehen. Wer übernimmt nun beim Krisen-„Club“?

Nürnberg - Dieter Hecking sah sich zum Handeln gezwungen. Nach dem Absturz des 1. FC Nürnberg in dieser Saison hat der Sportvorstand Trainer Robert Klauß freigestellt. Ein neuer Coach soll die „orientierungslos“ scheinende Mannschaft, wie sie Hecking beschrieb, wieder nach oben führen.

„Wir bedauern diese Entscheidung, aber sie ist unumgänglich gewesen. Robert hat hier über mehr als zwei Saisons einen guten Job gemacht. Allerdings war die Entwicklung in den zurückliegenden Wochen ganz und gar nicht zufriedenstellend“, erläuterte Hecking am Montag die Entscheidung einen Tag nach dem frustrierenden 0:3 in der 2. Fußball-Bundesliga beim Karlsruher SC.

„Die Art und Weise, wie die Mannschaft in Karlsruhe, aber auch schon in einigen Spielen zuvor aufgetreten ist, war nicht akzeptabel. Wir hätten uns alle darüber gefreut, wenn wir unseren Weg der Kontinuität verbunden mit erfolgreichen Spielen hätten weitergehen können“, meinte Hecking weiter. Der Auftritt habe ihn „zum Umdenken“ bewegt.

Der frühere Bundesligacoach und sein Sportdirektor Olaf Rebbe sahen nach dem alarmierenden Leistungsverfall in dieser Spielzeit keinen anderen Weg mehr als die Trennung. Noch am späten Sonntagabend wurde Klauß von seinen Aufgaben entbunden. „Die Enttäuschung war greifbar“, meinte Hecking über den jungen Coach. Es ist die zweite Trainerentlassung in dieser Zweitligasaison, zuvor hatte Uli Forte bei Arminia Bielefeld gehen müssen.

Klauß, dessen Vertrag noch im Mai über die Saison 2022/23 hinaus verlängert worden war, verabschiedete sich am Montag von der Mannschaft. Der 37-Jährige war im Sommer 2020 als Co-Trainer von RB Leipzig nach Franken gewechselt. In seiner ersten Saison wurde der „Club“ Elfter. Anschließend spielte der Traditionsverein sogar lange um den Aufstieg mit, wurde dann aber nur Achter.

Es sei einfach, „den Trainer immer als schwächstes Glied auszumachen“, hatte Kapitän Christopher Schindler nach der Pleite in Karlsruhe gesagt und die Spieler in der Verantwortung gesehen: „Ich glaube nicht, dass es am Trainer liegt. Das Problem liegt auf dem Platz, wir tragen die Verantwortung.“ Das sieht Hecking ähnlich, zog aber eine etwas andere Konsequenz.

Bis auf Weiteres werden die beiden Co-Trainer Ersan Parlatan und Frank Steinmetz das bis auf Tabellenplatz 14 abgestürzte Team betreuen. Wer übernimmt dann?

Klauß hatte sich vor mehr als zwei Jahren in einem Casting gegen Dimitrios Grammozis durchgesetzt. Grammozis ist seit seiner vorzeitigen Freistellung beim FC Schalke 04 vereinslos, er ist Hecking zufolge aber nicht „in der Verlosung.“

Der Sportvorstand hat seinen Favoriten auf die Nachfolge längst. „Wir hatten mehrere Kandidaten, haben uns aber auf einen festgelegt“, sagte Hecking bei einer Medienrunde. „Ich habe jemanden im Kopf, mit dem wir auch in Gesprächen sind.“ Mit der externen Lösung will sich der Verein auch rasch einigen, er soll schon am kommenden Sonntag (13.30 Uhr) im Heimspiel gegen Holstein Kiel an der Seitenlinie stehen.

„Wir arbeiten mit Hochdruck an der Nachfolge“, betonte Hecking, für den selbst eine Retter-Mission „völlig ausgeschlossen“ ist. „Wir versuchen, schnellstmöglich eine Lösung zu präsentieren.“ Der Neue müsse der aktuell „orientierungslos“ scheinenden Mannschaft wieder Struktur geben. „Wir brauchen jemanden, der das ganze Gebilde wieder stabilisiert“, beschrieb Hecking das Anforderungsprofil.

Die Nürnberger Mannschaft ist nun erst recht gefordert. „Es war ein bodenloser Auftritt von uns“, hatte Kapitän Schindler in Karlsruhe geäußert. Er sieht akuten Handlungsbedarf: „Wir sprechen die Dinge immer wieder an, aber einige kapieren es scheinbar nicht. Die Zeit des Redens ist auch irgendwann vorbei. Wir müssen widerstandsfähig sein. Das ist eine Einstellungssache und hat nichts mit der fußballerischen Qualität zu tun.“

Dass der Kapitän die Mentalitätsfrage stellte, bewertete Hecking als „kein gutes Zeichen. Mentalität kann man nicht lernen, entweder man hat sie oder man hat sie nicht.“ Auf den neuen Trainer wartet da also einige Arbeit. dpa

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