Eis und Schnee: Chaos auf Bayerns Straßen

München - Eis und Schnee haben in Bayern am Mittwoch ein Verkehrs-Chaos ausgelöst. Am Abend ereigneten sich noch zwei tödliche Unfälle. Für den heutigen Donnerstag warnt vor allem die Bahn vor Behinderungen.

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Bayern war auch in der Nacht zum Donnerstag wieder unter hohen Schneedecken versteckt. Am Mittwochabend ereigneten sich deswegen zwei tödliche Unfälle. Bei Aschaffenburg in Unterfranken starb eine 30-jährige Frau, weil ihr Wagen sich überschlug. Im mittelfränkischen Hohenstatt starb ein Lastwagenfahrer, als sein Lkw auf einem Bahnübergang im Schnee steckenblieb und von einem Zug erfasst wurde. Nach Angaben der Polizei werden die Bergungen noch andauern, der Zugverkehr auf der Strecke von Bayreuth nach Nürnberg fiel deshalb aus.

Die Deutsche Bahn warnte für den Donnerstag deshalb besonders in Nordbayern vor Behinderungen auf den Gleisen - Pendler müssen sich also auf erhebliche Probleme einstellen. Auf den Schienen lag zu viel Schnee, wodurch auch der Fernverkehr von Leipzig nach Nürnberg bereits am Mittwochabend ausfiel. Genauso schwierig war es im Bereich Lichtenfels und Bamberg. Laut Mitteilung der Bahn werden die Störungen bis in die Morgenstunden anhalten.

Gute Nachrichten in Sachen Wetter

Auch auf den Autobahnen konnten die Wagen nicht rollen. In der Oberpfalz wurden in den Abendstunden noch 30 Autounfälle registriert, die meisten verliefen aber glimpflich. Durch querstehende Lastwagen waren zwischenzeitlich die Autobahnen 3 und 93 blockiert. Lange Staus hatten sich deswegen gebildet.

In einigen Landkreisen in Bayern fällt heute der Schulunterricht aus - vor allem in Oberfranken und der Oberpfalz. So sollen zum Beispiel Schulbusunfälle vermieden werden.

Alleine die Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst (DWD) hatten gute Neuigkeiten zu vermelden. “Insgesamt lässt der Schneefall in Bayern nach“, sagte der DWD-Fachmann Hansjörg Lieske. “Die Unwetterwarnungen werden deshalb voraussichtlich am Donnerstag aufgehoben.“ Nur in den Bergregionen wie in den Alpen werde der Schnee am längsten liegen. Klirrend kalt wird es aber trotzdem: “Die Temperaturen sind mit bis zu minus 14 Grad wirklich extrem.“

Die Straßenverhältnisse vom Mittwoch im Überblick

Die A 8 am Irschenberg war seit dem frühen Mittwochabend in Richtung München gesperrt. Laut Polizei seien Fahrzeuge auf der Autobahn liegengeblieben. "Die Sperre wird noch länger dauern", heißt es von Seiten des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim. Am Nachmittag hatten bereits Laster die A9 blockiert. Sie waren an Steigungen (Allershausen und Pfaffenhofen) hängengeblieben. Am Autobahnkreuz Neufahrn stellten sich ebenfalls Laster quer. Nach wie vor ist die Lage auf der A9 angespannt. Ab der Anschlussstelle Langenbruck in Richtung München stehen die Autofahrer in einem rund 20 Kilomter langen Stau.

Auf der Gegenseite von München Richtung Nürnberg staute sich der Verkehr nach der Anschlussstelle Allershausen an den Steigungen. Nur der Einsatz des THW ermöglicht dort das Freiräumen der Fahrbahn. Aktuell ist der Einsatz des THW auf der A 93, vor der Überleitung auf die A 9 erforderlich. An der längeren Steigung bei Wolzach gibt es kein Durchkommen. Die Räumfahrzeuge sind im Dauereinsatz.

"Aufgrund der anhaltend starken Schnellfälle heute Nachmittag im Norden Oberbayerns kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Davon betroffen waren Staats- und Bundesstraßen genauso wie die Autobahnen", teilte die Polize mit. Im Zuständigkeitsbereich des Präsidiums Oberbayern Nord zählte die Einsatzzentrale in Ingolstadt von 13 bis 19 Uhr über 100 Verkehrsunfälle. "Überwiegend waren es Unfälle mit Sachschaden. In wenigen Fällen wurden Verkehrsteilnehmer leicht bis mittel verletzt."

Überholverbot für Lkw 

Die Bezirksregierung Oberbayern verfügte ein generelles Überholverbot auf Oberbayerns Autobahnen für Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht ab 7,5 Tonnen. Die Fahrer von Gefahrguttransporten wurden schon länger aufgefordert, Rastplätze anzufahren.

Wetterdienst warnt vor Unwetter

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt aktuell vor Schneeverwehungen. Bei starkem bis stürmischem Wind und mäßigem Schneefall muss auch in tiefen Lagen mit teils starken Verwehungen gerechnet werden. Betroffen sind vor allem die Oberpfalz, Oberfranken und Niederbayern. Aber auch in Oberbayern gibt es eine "Warnung vor markantem Wetter".

So sieht's derzeit aus

Schnee-Bilder aus Bayern

Zahlreiche Unfälle und Flüge gestrichen

Folgenschwer war ein Verkehrsunfall bei Münichham (Landkreis Traunstein). Auf der Staatstraße 2093 im Gemeindebereich Tittmoning geriet gegen 14 Uhr der 70-jährige Fahrer eines Mitsubishi auf schneeglatter Fahrbahn auf die Gegenfahrbahn und kollidierte frontal mit dem VW Golf eines 50-jährigen Tittmoningers. Der Mann wurde schwer verletzt. Eine ganze Serie an Schnee-Unfällen ereignete sich auch im Landkreis Erding. Meist blieb es bei Blechschäden.

So schaut's derzeit am Flughafen München aus.

Am Flughafen München sind am Mittwoch schneebedingt insgesamt 250 Flüge ausgefallen. Wie ein Airport-Sprecher sagte, war am Nachmittag wegen des Schneefalls nur noch eine Landebahn in Betrieb - dadurch stand nur noch die Hälfte der Kapazität zur Verfügung. Bis zum Abend wurden noch weitere Annullierungen erwartet. Allerdings seien auch andere deutsche Flughäfen vom Schneefall betroffen gewesen, vor allem am Flughafen in Frankfurt fielen ebenfalls viele Flüge aus, hieß es. Bereits am Montag waren am Flughafen München wetterbedingt 125 Flüge ausgefallen.

Starke Schneefälle haben am Mittwoch für Verkehrsbehinderungen in Mittel- und Oberfranken gesorgt. Besonders in der Nürnberger Innenstadt bildeten sich wegen der schlechten Sicht und glatten Straßen am Nachmittag mehrere Staus, teilte ein Polizeisprecher mit. Fahrzeuge mit Sommerreifen seien auf den rutschigen Fahrbahnen ins Schleudern geraten. Es kam zu Unfällen überwiegend mit Blechschäden. “Die Lage ist sanft chaotisch“, sagte der Sprecher.

Winterbilder aus Deutschland

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Bereit am Freitag war es wetterbedingt in Bayern zu zahlreichen Unfällen gekommen. Auch am Montag krachte es wieder ordentlich.

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Rubriklistenbild: © dpa

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