Programm von Schreyer und Herrmann

Verkehrsministerium: Zahl der Unfallopfer soll bis 2030 sinken - neue Schwerpunkte bei Kontrollen

Innenminister Joachim Herrmann Verkehrssicherheit 2030
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Der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann stellte gemeinsam mit Verkehrsministerin Kerstin Schreyer das Verkehrssicherheitsprogramm 2030 vor.

Die bayerische Verkehrsministerin Kerstin Schreyer und Innenminister Joachim Herrmann stellen ein neues Verkehrssicherheitsprogramm vor. Bis 2030 soll es weniger Unfälle geben.

München - Im vergangenen Jahr ging die Zahl der Verkehrstoten auf Bayerns Straßen auf 484 zurück - der niedrigste Stand seit Beginn der Aufzeichnungen. Der Wert resultiert auch aus dem gesunkenen Verkehrsaufkommen im Corona-Jahr.

Nach dem Willen von Innenminister Joachim Herrmann und Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (beide CSU) soll er jedoch dauerhaft gesenkt werden. Sie präsentierten am Montag in München ihr gemeinsames Verkehrssicherheitsprogramm 2030. In dem Mehrpunkte-Plan legen die Ministerien das Vorgehen für die kommenden zehn Jahre fest.

Verkehr in Bayern soll sicherer werden - Verkehrsministerin Schreyer will Straßen verbessern

„Ziel muss es sein, dass niemand einen Unfall hat“, sagte Schreyer. „Realistisch ist das nicht, aber unser Ziel wird es bleiben.“ Wenn die Polizei an der Tür läute und mitteilen muss, dass jemand einen Unfall hatte, sei der Familie die Statistik egal, betonte die Ministerin. Auch Innenminister Herrmann sagte: „Jeder Tote ist einer zu viel.“

Um die Sicherheit der Autofahrer zu erhöhen, will Schreyer die Qualität der Straßen verbessern. Als Beispiele nannte sie mehr Linksabbiegerspuren und weniger ungesicherte Bahnübergänge*. Motorradfahrer sollen von Leitplanken mit Unterfahrschutz profitieren. Das Verkehrsministerium setzt zudem auf mehr haptische Warnhinweise wie Rüttelstreifen im Kurvenbereich.

Herrmann mahnte in Richtung der Motorradfahrer: „Extra lautes Krachen und Knattern ist kein Kavaliersdelikt.“ Radfahrer sollen vom Ausbau des Wegenetzes und übersichtlicheren Kreuzungen profitieren. Kinder, Menschen mit Behinderung oder ältere Menschen will Schreyer mit Mittelinseln und Zebrastreifen schützen.

Joachim Herrmann setzt auf Fußgängerschutz in Bayern - und will freiwillige Gesundheitstests für Autofahrer

„In den vergangenen zehn Jahren sind 2500 Stellen im Straßennetz verbessert worden. Auf Landstraßen sind Unfälle an diesen Abschnitten um bis zu 60 Prozent zurück gegangen“, betont die Verkehrsministerin. Herrmann kündigte indes an, Landstraßen verstärkt zu kontrollieren. Elektronische Notrufsysteme* in Autos, Schulungen von Rettungskräften für Elektrofahrzeuge kürzere Wartezeiten und längere Grünphasen bei Fußgängerampeln sollen die Todeszahlen reduzieren.

Der Innenminister betonte: „Auch Tuning von Pedelecs wird von der Polizei geahndet.“ Autofahrern rät er zu Fahrübungen, Seh- und Gesundheitstests. Bis zum Jahr 2030 stehen für Baumaßnahmen 500 Millionen Euro bereit - 60 Millionen mehr als in den zehn Jahren zuvor. (nap) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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