Viele Jobcenter-Beschäftigte fühlen sich überlastet

München - Die meisten Vermittler in den bayerischen Jobcentern empfinden ihre Aufgabe als Knochenarbeit. 55 Prozent von ihnen sehen in der täglichen Betreuung von Langzeitarbeitslosen eine “starke“ oder sogar “sehr starke Belastung“.

Das geht aus einer am Montag vorgestellten Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hervor. Bei Beschäftigten in den Arbeitsagenturen, die es in der Regel mit leichter vermittelbaren Arbeitslosen zu tun haben, liegt dieser Anteil nur bei 47 Prozent. Verdi-Chef Frank Bsirske stellte die Studie des Instituts DGB-Index Gute Arbeit GmbH am Montag bei einer Tagung in Nürnberg vor.

Neben der großen Arbeitsintensität beklagen Beschäftigte in Jobcentern auch ihre geringen Aufstiegsmöglichkeiten, die ihrer Ansicht nach schlechte Betriebskultur, den Führungsstil ihrer Chefs, und den geringen Informationsfluss. Mehr noch als ihre Kollegen in den Arbeitsagenturen bemängeln sie ihr geringes Einkommen und ihre geringen Zukunftsaussichten. Darin spiegelt sich nach übereinstimmender Einschätzung der BA-Regionaldirektion Bayern und der Gewerkschaft Verdi die große Unsicherheit darüber wieder, ob sie nach der Hartz-IV-Reform mit einer Weiterbeschäftigung rechnen können.

Der Chef der BA-Regionaldirektion Ralf Holtzwart räumte ein, dass die Arbeitszufriedenheit in den bayerischen Arbeitsagenturen und Jobcentern im Schnitt unter der vergleichbarer Dienstleistungsunternehmen liegt. “Das hängt sicher auch mit der Umbruchsituation der vergangenen Jahre zusammen“, sagte Holtzwart. Die Regionaldirektion wolle nun gemeinsam mit den Beschäftigten untersuchen, wo Verbesserungen notwendig seien. Die Ergebnisse basieren auf einer Befragung von 1525 bayerischen BA-Beschäftigten und Jobcenter-Mitarbeitern im Frühjahr 2010.

dpa

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