Vier Syrer nach Ungarn abgeschoben

München - Ungeachtet aller Proteste des Bayerischen Flüchtlingsrats sind vier syrische Flüchtlinge nach Ungarn abgeschoben worden.

Die beiden Frauen und zwei desertierte Soldaten seien am Mittwoch nach Ungarn geschickt worden, sagte eine Mitarbeiterin des Flüchtlingsrats. Alle vier hatten seit Anfang Dezember im Münchner Gefängnis Stadelheim in Abschiebehaft gesessen.

Die vier Syrer waren im Spätherbst vor der andauernden Gewalt in Syrien geflohen und über Ungarn nach Deutschland gekommen. In der EU gilt die Regel, dass Flüchtlinge in dem Land Asyl beantragen müssen, das sie zuerst erreicht haben. Ungarn ist in den vergangenen Jahren sowohl von Nichtregierungsorganisationen als auch vom UN-Flüchtlingskommissariat UNHCR scharf kritisiert worden, weil Asylbewerber dort außerordentlich hart behandelt würden.

In mehreren Fällen sollen ungarische Polizisten Flüchtlinge misshandelt und verprügelt haben. Laut UNHCR werden Asylbewerber in manchen ungarischen Lagern wie im Gefängnis gehalten, manche sogar in Isolation. Der Flüchtlingsrat hält die Bedingungen in Ungarn für einen eklatanten Verstoß gegen die europäische Menschenrechtskonvention.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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