Nach Zirndorf, München und Deggendorf

Vierte Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge eröffnet

Schweinfurt - Fast 1000 neue Flüchtlinge kommen derzeit täglich in Bayern an. Ihre erste Anlaufstelle sind die Erstaufnahmen. Nun ist nach Einrichtungen in München, Zirndorf und Deggendorf eine neue dazu gekommen.

Noch vor zehn Monaten holten auf dem Schweinfurter Militärgelände US-Soldaten zum letzten Mal ihre Flagge ein. Nun ist die einstige Ledward-Kaserne die erste Anlaufstelle für Flüchtlinge aus Afghanistan, Georgien, der Ukraine, Albanien und Syrien. Die neue Erstaufnahme in Schweinfurt ist die vierte im Freistaat - nach München, Zirndorf in Mittelfranken und dem niederbayerischen Deggendorf.

Derzeit können in Schweinfurt etwa 250 Menschen versorgt und aufgenommen werden. Bis Anfang August sollen die Bauarbeiten auf dem etwa drei Hektar großen Gelände so weit abgeschlossen sein, dass alle 540 Plätze belegt werden können. Am Montag wohnten der Regierung von Unterfranken zufolge bereits etwa 100 Flüchtlinge auf dem ehemaligen Kasernen-Areal.

„Es war sehr hilfreich, die schon bestehende Infrastruktur der amerikanischen Streitkräfte nutzen zu können“, sagte Sozialstaatssekretär Johannes Hintersberger (CSU) am Montag in Schweinfurt. Nur deshalb sei es möglich gewesen, nach nur einem halben Jahr Bauzeit die ersten Flüchtlinge aufnehmen zu können. Mit der Erstaufnahme werden der Regierung Unterfranken und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zufolge insgesamt 80 neue Stellen geschaffen.

Die Schweinfurter begegnen Flüchtlingen aufgeschlossen

Die Stadt Schweinfurt ist seit Januar Eigentümerin des insgesamt rund 26 Hektar großen Kasernengeländes. Für die Sanierung und Umgestaltung der drei Hektar nahmen Stadt, Land und Bund rund sechs Millionen Euro in die Hand. Für einen jährlichen Mietzins von 950 000 Euro vermietet Schweinfurt die fünf Gebäude und das umliegende Gelände nun an Bund und Land. Die Schweinfurter Bevölkerung sei der Erstaufnahme gegenüber aufgeschlossen, sie sähe die Not der Asylbewerber, sagte Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU). „Die Bürger sind es gewohnt, mit Fremden Tür an Tür zu wohnen“, deshalb herrsche eine Willkommenskultur.

Mehr als 70 000 Flüchtlinge sollen bis Jahresende in Bayern untergebracht werden

In Erstaufnahme-Einrichtungen werden die Flüchtlinge versorgt und untersucht. Außerdem wird ihr Asylantrag auf den Weg gebracht. Nach der Erstaufnahme werden die Asylbewerber nach einem festgelegten Schlüssel auf die Regierungsbezirke verteilt. Im ersten Halbjahr hat Bayern bereits mehr als 36 000 Asylbewerber untergebracht. Das Ministerium rechnet mit mehr als 70 000 bis zum Jahresende.

dpa

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