Volkenschwand: Lebenslange Haft gefordert

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Der Angeklagte

Regensburg - Im Prozess um den Doppelmord im niederbayerischen Volkenschwand hat die Oberstaatsanwältin lebenslange Haft mit Sicherheitsverwahrung gefordert.

Nach dem Doppelmord im niederbayerischen Volkenschwand im November 2008 fordert die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft für den 37 Jahre alten Angeklagten. Oberstaatsanwältin Elfriede Schütz sagte am Donnerstag vor dem Landgericht Regensburg, der Münchner habe das vermögende Ehepaar kaltblütig getötet. Sie verlangte, dass auch die besondere Schwere der Schuld festgestellt wird. Damit könnte der Mann nicht nach 15 Jahren auf Bewährung freikommen. Eine Haftentlassung wäre erst nach 27 bis 30 Jahren Haft angemessen, sagte die Anklägerin.

Laut Staatsanwaltschaft soll der Münchner den 55 Jahre alten Finanzmakler und seine 53 Jahre alte Frau umgebracht haben, um sie ausrauben zu können. Die Putzfrau des Paares überlebte den Überfall mit zwei Kopfschüssen. Sie kann sich an den Tattag allerdings nicht mehr erinnern.

Der 37-Jährige bestreitet die Tat. Er habe nur als Belohnung für einen lohnenden Einbruch bei dem Paar in Volkenschwand (Landkreis Kelheim) einen Teil der Beute erhalten, sagte er den Ermittlern. Den Schmuck hatte der Mann in einem Münchner Leihhaus zu Geld gemacht.

Oberstaatsanwältin Schütz sieht den Mann dagegen nach 15 Verhandlungstagen überführt, insbesondere durch Spuren an der sichergestellten Pistole. Auch das Martyrium der Haushaltshilfe, die nach der Bluttat stundenlang mit ihren schweren Kopfverletzungen in dem Wohnhaus lag und mit bleibenden Schäden leben muss, rechtfertige eine lange Gefängnisstrafe. Der Rechtsanwalt der Putzfrau schloss sich als Nebenkläger-Vertreter dem Plädoyer der Staatsanwältin an.

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Bluttat: Zwei Tote und eine Schwerstverletzte

Der Angeklagte bestreitet, das Paar ermordet zu haben. Er habe lediglich anderen Männern einen Hinweis auf einen lohnenden Einbruch in das Haus in Volkenschwand (Landkreis Kelheim) gegeben und dafür einen Teil der Beute als Belohnung erhalten. Der Mann hatte nach dem Raubmord Schmuck der Opfer in einem Münchner Leihhaus zu Geld gemacht. Zudem wurde die Tatwaffe in seinem Umfeld entdeckt.

dpa

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