Volle Straßen durch Reisen: „Stau entgeht nun keiner mehr“

Urlaubsverkehr am ersten Ferientag in Bayern
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Feuerwehrleute Pumpen an einer Unfallstelle einen vollen Tank in einen Neuen Tank um.

Kein entspannter Start für Urlaubsreisende: Anders als im ersten Corona-Jahr sind zu Beginn der Sommerferien Bayerns Straßen übervoll. Unfälle und Grenzkontrollen verschärfen die Geduldsprobe.

München - Reiseverkehr, Baustellen, Grenzkontrollen und dann auch noch ein Lkw-Unfall auf einer vielbefahrenen Strecke: Zu Beginn der bayerischen Schulferien ist es zu kilometerlangen Staus gekommen.

„Es staute sich in alle Richtungen, sowohl in den Süden als auch in den Norden“, sagte ein Sprecher des Automobilclubs ADAC am Freitag. Dies lag am Zusammenfall der Ferien in allen Bundesländern - zusätzlich zum üblichen Pendlerverkehr vor dem Wochenende.

Als letztes der 16 Bundesländer waren am Donnerstag in Bayern knapp 1,64 Millionen Schüler in die Sommerferien geschickt worden. Am Mittwoch war in Baden-Württemberg der letzte Schultag.

Ein Unfall auf der Autobahn 99 Ostumfahrung München Richtung Salzburg am Freitagvormittag führte zu massiven Verkehrsbehinderungen. Die Fahrbahn in Richtung Salzburg war mehrere Stunden komplett gesperrt. Bei dem Auffahrunfall mit zwei Sattelzügen auf Höhe Kirchheim bei München trat Lauge aus. Die Bergung des Fahrzeugs und die Reinigung der Autobahn liefen bis in den Nachmittag.

Auch am Wochenende drohen lange Fahrtzeiten zum und vom Urlaubsort. Seinen Höhepunkt soll der Reiseverkehr laut ADAC am Samstag erreichen.

„Dem Stau entgeht nun keiner mehr“, prophezeite der ADAC in seiner Prognose für die Tage bis Sonntag. „Die Aufenthalte an den Grenzen bei der Ein- und Ausreise könnten ein paar Stunden dauern. Das gilt unter anderem im Balkantransit.“ Am Grenzübergang Suben in Niederbayern staute es sich bereits am Freitagmorgen aufgrund der Grenzkontrollen vonseiten der Österreicher.

Stop-and-Go ist laut ADAC auf den Zufahrtsstraßen der Ausflugsregionen der Alpenländer zu erwarten, zum Beispiel zu den Kärntner Seen, dem Salzkammergut sowie dem Neusiedlersee in Österreich und den Erholungsgebieten der Schweizer Kantone Tessin und Wallis.

Um den Ferienverkehr zu entlasten, gilt an allen Samstagen im August auf den meisten deutschen Autobahnen ein erweitertes Fahrverbot für Lastwagen über 7,5 Tonnen von 7 bis 20 Uhr. Ausnahmen gelten für Fahrzeuge im Zusammenhang mit dem Transport von Corona-Impfstoffen.

Vor einem Jahr war das Bild auf den Straßen noch ein ganz anders: Die Corona-Krise hatte den Auto-Reiseverkehr in den bayerischen Sommerferien gebremst und für weniger und kürzere Staus gesorgt. Ein Sprecher der Polizei Niederbayern verglich den Verkehr damals mit einem normalen Samstag und bezeichnete ihn als „nicht ferientypisch“.

Der ADAC schloss auch in diesem Jahr zum Ferienbeginn in Bayern ein Chaos aus - obwohl es eines der heißesten Wochenenden der Reisesaison werden dürfte. „Ein Chaos wird wohl wegen der coronabedingten Zurückhaltung vieler Deutschen bei Urlaubsreisen ausbleiben“, hieß es.

Wenn sich der Trend zu Kurzurlauben und Tagesausflügen fortsetzt, müssten sich Autofahrer aber auf deutlich längere An- und Abreisezeiten auf den Zufahrtsstraßen der Seen, der Wandergebiete der Alpen und der Mittelgebirge gefasst machen. dpa

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