Mieterschützer schlagen Alarm

GBW will 4500 Wohnungen verkaufen

München - Die früher staatlich kontrollierte Wohnungsgesellschaft GBW will nach der Übernahme durch ein privates Konsortium knapp 4500 Wohnungen verkaufen. Mieterschützer schlagen Alarm.

Der Großteil der Wohnungen soll nicht in München verkauft werden, sondern in strukturschwachen Räumen. Nach 2016 sollten keine Wohnungen mehr abgestoßen werden, hieß es. Die GBW mit ihren insgesamt über 30.000 Wohnungen ist Bayerns größte Wohnungsgesellschaft und gehörte früher der BayernLB. Die Landesbank hatte die Wohnungsgesellschaft 2013 an ein Konsortium um den Augsburger Immobilienkonzern Patrizia verkauft, um die Sanierungsauflagen der EU-Kommission zu erfüllen. Patrizia wollte sich am Donnerstag zu dem Bericht nicht äußern und verwies auf die GBW.

Deren Sprecherin bestätigte die Verkaufspläne zwar nicht, erklärte aber: „Wir prüfen kontinuierlich, wo wir Wohnungen und Wohnanlagen aus unserem Bestand verkaufen. Daneben prüfen wir aber auch immer mögliche Ankäufe in München und in Bayern.“ Der An- und Verkauf von Wohnungen gehöre „seit vielen Jahren zum aktiven Portfoliomanagement der GBW Gruppe“. Über laufende und künftige Verkäufe berichte man nicht im Detail.

Der Mieterverein München sieht derweil seine schlimmsten Befürchtungen bestätigt. „Die GBW-Mieter müssen um ihre Wohnungen fürchten“, erklärte die Vorsitzende des Vereins, Beatrix Zurek. „Die vielgelobte Sozialcharta bringt den Menschen überhaupt nichts. Sie müssen nun mit Modernisierungen und massiven Mieterhöhungen rechnen.“

Der Mieterverein geht davon aus, dass angesichts der hohen Immobilienpreise auch in München viele Wohnungen von Verkaufsplänen betroffen sein dürften. Darauf ließen auch zahlreiche Anfragen von Münchner GBW-Mietern schließen, denen angeboten werde, ihr Vorkaufsrecht für die Wohnungen zu nützen, sagte eine Sprecherin des Vereins.

Finanzminister Söder (CSU) betonte dagegen, dass die Sozialcharta für die Mieter auch im Fall von Wohnungsverkäufen weiter gelte. „Die Sozialcharta gibt es, und die muss eingehalten werden“, sagte Söder in München. „Verkauf bricht nicht Recht.“

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / Symbolbild

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