Hokuspokus oder geheime Kräfte?

Bayerische Gemeinde setzt auf Wunderheiler - seitdem keine tödlichen Unfälle mehr auf der B22

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Magische Kräfte am Werk? Auf der B22 gibt es keine tödlichen Unfälle mehr.

Dass Segnungen von Pfarrern vorgenommen werden, kennen wir in unserem Kulturkreis. Aber in der Oberpfalz denkt man weiter.

Willmering - Im Landkreis Cham wundert man sich über eine erfreuliche Verkehrsstatistik: Seit neun Jahren gab es auf der Bundesstraße 22 bei Willmering keinen tödlichen Unfall mehr. Ein Zufall? Oder steckt mehr dahinter? 

Mit Erla Stefánsdóttir hatte nicht nur Island eine bekannte Elfenbeauftragte, auch die nüchternen Niedersachsen wollten es sich mit den mythischen Naturwesen nicht verscherzen. Im Sommer wurde bekannt, dass eine „Expertin“ beauftragt wurde, um die Elfen auf der unfallträchtigen A2 zwischen Lehrte und Braunschweig zu besänftigen. Melanie Rüter sollte die Strecke „energetisch versiegeln“. Abgesichert von einem Lastwagen der Autobahnmeisterei Braunschweig und in Begleitung zweier Mitarbeiter der Behörde, steuerte Rüter im Juni fünf neuralgische Punkte an. Alles Aberglaube und spiritueller Humbug? 

Teslaplatten sollen tödliche Unfälle verhindern

Auch in der Oberpfalz vertraut man nicht nur auf bessere Verkehrskonzepte, sondern auch auf übersinnliche Hilfsmaßnahmen, um für mehr Sicherheit zu sorgen. Zuvor gab es immer wieder Schreckensmeldungen von der B22. Im April 2007 verlor eine 19-Jährige ihr Leben, als sie mit ihrem VW Beetle verunglückte. Im Jahr zuvor starb auf der Strecke ein 37-jähriger Chamer.

Wie die Passauer Neue Presse berichtet, beschloss der Gemeinderat von Willmering bereits 2009 einstimmig, dass ein Wunderheiler sich der B22 annehmen solle. Mit einer Wünschelrute untersuchte daraufhin Helmut Gebert die Strecke und fand mehrere Störfelder. Gebert betreibt eine Praxis für mediale Lebensberatung und geistiges Heilen in Rimbach. Gegenüber der Abendzeitung gab er an, dass er an Erdstrahlen glaubt, die das Fahrverhalten beeinflussen können, weil sie die Hirnfrequenzen beeinflussen. Wenn er eine solche Störung entdecke, dann „kribbelt’s in meinen Fingern, manchmal bis in den Nacken hinauf“.

Seine Lösung: Am Fahrbahnrand wurden „Teslaplatten“ aufgehängt, versteckt in Vogelhäuschen. Sie sollen die Störungsfelder unschädlich machen. Und siehe da: Seitdem gibt es keine tödlichen Unfälle mehr. Teslaplatten sollen, so glauben es Esoteriker, „positive“ beziehungsweise „kosmische Energien“ aussenden. 

Knapp 1700 Euro musste die Gemeinde für den Service des Wunderheilers zahlen. Wenn‘s hilft... 

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