Während des Wachdienstes

Polizei-Azubi erschießt Kollegen in Würzburg: Große Trauerfeier mit merkwürdiger Szene

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Ein Polizei-Azubi hat in Bayern offenbar versehentlich einen Mit-Auszubildenden erschossen (Symbolbild).

Ein Polizeischüler hat in Würzburg einen Mit-Auszubildenden erschossen. Jetzt wurde er beigesetzt. Bei der Trauerfeier kam es zu einer merkwürdigen Szene. 

Update vom 13. März: Während der Trauerfeier gestern ereigneten sich merkwürdige Szenen, wie die „Bild Zeitung“ berichtet. Zivilpolizisten sollen vor allem die Teilnehmer der Presse beobachtet haben. Dabei hatten sie Bilder von Journalisten in der Hand. Warum ist nicht genau klar. Auf Nachfrage der „Bild“, räumte die Würzburger Polizei ein, dass dies ungünstig war. Man wollte sich nur generell ein Bild machen. Es habe „keinen Auftrag gegeben, die Presse zu überwachen.“

Hunderte Menschen bei Trauerfeier für Polizeischüler

Update vom 12. März, 19.25 Uhr: Der von einem Mitschüler mutmaßlich versehentlich erschossene Polizeischüler ist am Dienstag in seinem Heimatort Bergrheinfeld (Landkreis Schweinfurt) bestattet worden. Zur Trauerfeier und Urnenbeisetzung kamen laut Polizei rund 750 Menschen. Familienangehörige, Freunde, Kollegen und Kameraden von Sportverein und Feuerwehr nahmen Abschied. Auch Polizeifunktionäre und Staatssekretär Gerhard Eck (CSU) waren anwesend. Zudem hielt ein Polizeimitschüler des Getöteten eine Trauerrede.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) betonte anlässlich einer ebenfalls am Dienstag stattfindenden bundesweiten Konferenz der evangelischen Polizeipfarrer in Ainring (Landkreis Berchtesgadener Land) den „sehr hohen Stellenwert“ der Polizeiseelsorge. Trauriges aktuelles Beispiel sei der schreckliche Vorfall in Würzburg. „Bei diesem tragischen Ereignis war die Unterstützung von herausragender Bedeutung“, sagte Herrmann. Laut Ministerium hatten sich zwei Polizeiseelsorger noch in der Nacht um die Eltern der beiden beteiligten Kollegen gekümmert.

Polizei-Azubi erschießt Kollegen in Würzburg - Eine Frage ist noch offen

16.21 Uhr: Im Drama um den Würzburger Polizei-Azubi ist nun die Todesursache bekannt. Bei der tödlichen Verletzung handelte es sich um einen Kopfschuss. Wie aus Ermittlerkreisen am Freitag verlautete, war aber unklar, ob die Kugel den 20-Jährigen direkt traf oder ob es ein Querschläger war. Ein Schussgutachten sollte klären, wohin der 19-jährige Schütze am Donnerstagabend schoss. Gegen ihn wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

Die beiden Polizeischüler waren kurz vor Dienstbeginn in einem Zimmer der Bereitschaftspolizei, als sich der Schuss - offenbar unabsichtlich - löste, wie es von der Polizei hieß. Ein anderer Beamter hörte den Schuss und eilte zu den jungen Männern in den Raum, in dem er den einen lebensgefährlich verletzt, den anderen unter Schock fand. Der angeschossene Polizeischüler erlag in einem Krankenhaus seinen Verletzungen.

Polizei-Drama in Würzburg: Innenminister geht von menschlichem Versagen aus

13.51 Uhr: Nach Angaben der Polizei befanden sich der Polizeischüler und sein 20-jähriger Kollege kurz vor Dienstbeginn am Donnerstagabend in einem Unterkunftszimmer der Bereitschaftspolizei. „Darin muss es zu der unbeabsichtigten Schussabgabe durch den Jüngeren der Beiden gekommen sein“, sagte Polizeihauptkommissar Michael Zimmer. Ein anderer Polizist hörte den Schuss und eilte in den Raum, wo er die beiden jungen Männer fand - den einen lebensgefährlich verletzt, den anderen unter Schock. Der angeschossene Azubi erlag kurz darauf im Krankenhaus seinen Verletzungen.

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Wie genau es zu der Tragödie kam, wollte die Polizei am Freitag mit Verweis auf aktuelle Ermittlungen nicht bekanntgeben. Herrmann ging davon aus, dass es sich um menschliches Versagen handelte: „Alle Polizeibeamten lernen, wie man seine Waffe richtig entlädt. Das gehört standardmäßig zum Programm und es ist überaus bedauerlich, wenn klare Vorschriften über das Handling mit der Waffe nicht richtig beachtet werden.“

Bereitschaftspolizisten müssen ihre Waffe nach Dienstende immer entladen. Nur leere Pistolen dürften mitgenommen werden, sagte Herrmann. Das sei auch in diesem Fall so beabsichtigt gewesen. „Es kann passieren, dass ein Kollege zwar das Magazin aus der Waffe nimmt, aber vergisst, dass die Pistole noch geladen ist“, sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei in Bayern, Peter Schall. Nur so könne er sich erklären, warum sich auf dem Zimmer ein Schuss lösen konnte. „Der Dienstführer hätte in diesem Fall aber bemerken müssen, dass eine Patrone zu wenig abgegeben wurde“, sagte Schall.

Tödlicher Schuss in Würzburg: Herrmann sieht keinen Zusammenhang mit neuen Dienstwaffen

Einen Zusammenhang mit den neuen Polizeipistolen sah Herrmann nicht. Damit die Beamten in Gefahrensituationen schneller reagieren können, haben die Waffen keine zusätzliche Sicherung mehr - einmal geladen, kann man einfach den Abzug betätigen. Klar sei aber: „Völlig unbeabsichtigt kann sich ein Schuss nicht lösen, es muss jemand den Abzug betätigt haben. Die Waffe kann nicht von alleine losgegangen sein“, sagte Herrmann.

„Die geladenen Waffen sind sau gefährlich“, bestätigte auch Schall. Strengere Regeln brauche es aber nicht: „Die Vorschriften reichen aus, wenn sich alle daran halten.“ Er bedauert den „tragischen Fall“ sehr, menschliches Versagen könne man aber nie ganz verhindern.

„Kollegen erheblich von den Geschehnissen betroffen“

Tatsächlich gibt es immer wieder Fälle, in denen Polizeibeamte aus Versehen Schüsse abgeben. Nach Informationen des Innenministeriums allein in der Bereitschaftspolizei bis zu sieben Mal pro Jahr. Bei Tausenden Beamten und dem täglichen Umgang mit Munition sei dies aber generell nicht überraschend. Trotzdem wolle man mögliche Konsequenzen genau überprüfen, betonte Herrmann. Entscheidend sei, dass auch entmunitionierte Waffen noch einmal überprüft werden und in dieser Situation nie auf Menschen gerichtet sein dürfen.

In der Unterkunft, in der sich das Unglück abspielte, sind insgesamt einige hundert Polizisten untergebracht. „Nachvollziehbarerweise sind die anderen Kolleginnen und Kollegen ganz erheblich von den Geschehnissen betroffen“, sagte Zimmer. Bereits in der Nacht sei eine Betreuung der Kollegen und Angehörigen organisiert worden.

Update 10.28 Uhr: Der Tod eines Polizeischülers in Würzburg geht nach Angaben von Bayerns Innnenminister Joachim Herrmann (CSU) vermutlich auf eine falsch entladene Dienstwaffe zurück. Die genaue Ursache des tödlichen Vorfalls am Donnerstagabend sei zwar noch nicht aufgeklärt, aber vermutlich habe ein Polizeischüler beim Entladen eine Kugel im Lauf der Waffe vergessen und nur das Magazin entnommen, sagte er am Freitag bei der Begrüßung neuer Polizisten in München. „Das war wahrscheinlich die Ursache.“

An die jungen Polizisten appellierte Herrmann: „Nehmen Sie alles, was Sie in ihrer Ausbildung zum Entladen ihrer Waffe gelernt haben, sehr sehr ernst.“

Tragischer Vorfall in Würzburg: Polizeischüler erschießt einen Kollegen

Würzburg - Der junge Polizeianwärter wurde angeschossen und erlag kurz danach im Krankenhaus seinen Verletzungen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am frühen Freitagmorgen gemeinsam mitteilten. Die Behörden gehen nach ersten Erkenntnissen davon aus, dass der junge Bereitschaftspolizist den Schuss am Donnerstagabend versehentlich auslöste. Er hielt sich mit seinem Kollegen kurz vor Antritt des abendlichen Wachdiensts in einem Zimmer der zugehörigen Unterkunft des Polizeipräsidiums auf.

Beide Auszubildenden sind laut Polizei um die 20 Jahre alt - ein genaues Alter wollte die Polizei zunächst nicht nennen. Die Staatsanwaltschaft übernahm gemeinsam mit dem Landeskriminalamt die Ermittlungen. Ermittelt wird wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung.

Video: Polizeischüler stirbt in Würzburg durch Kugel seines Kollegen

dpa

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