Starker Anstieg

Mehr Unfallopfer auf Bayerns Autobahnen

München - Auf Bayerns Autobahnen sind 2013 so viele Menschen ums Leben gekommen wie seit fünf Jahren nicht mehr.

105 Menschen wurden bei Unfällen getötet, im Jahr davor waren es 70. Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) sprach am Donnerstag bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik 2013 von einem starken Anstieg.

„Es gibt dafür eine Vielzahl ganz unterschiedlicher Gründe“, sagte der Minister. Die sollen in diesem Jahr ganz genau analysiert werden. Überprüft werden soll unter anderem die Griffigkeit des Fahrbahnbelages an Unfallstellen und die Sicherheit von Anschlussstellen. Weitere Warnschilder sollen verhindern, dass Autofahrer zu Geisterfahrern werden. 15 Unfälle wurden 2013 von Geisterfahrern verursacht. Dabei kamen neun Menschen ums Leben.

Insgesamt stieg die Zahl der Unfalltoten auf Bayerns Straßen von 662, dem historischen Tiefststand im Jahr 2012, leicht auf 680 - den zweitniedrigsten Stand seit 1954. Die Gesamtzahl der Unfälle stieg um 2,2 Prozent auf mehr als 370 000. Das ist absoluter Rekord. Den Großteil machten allerdings kleinere Zusammenstöße mit Blechschäden aus. Knapp 69 000 Menschen wurden verletzt. Die meisten Unfälle passierten, weil Verkehrsteilnehmer zu schnell unterwegs waren oder die Vorfahrt missachteten.

An mehr Unfällen waren im vergangenen Jahr ältere Menschen über 65 Jahren beteiligt, die Unfälle mit Beteiligung jüngerer Erwachsener gingen dageben zurück. Nach wie vor bilden sie nach Ministeriumsangaben aber die auffälligste Risikogruppe. Zwei Drittel aller Unfälle in Bayern wurden von Fahranfängern zwischen 18 und 24 Jahren verursacht.

Sorge macht Polizei und Verkehrsministerium auch mangelnde Disziplin beim Anschnallen. Fast jeder vierte Insasse, der bei einem Unfall ums Leben kam, war den Angaben zufolge nicht angeschnallt. „Dieser Leichtsinn hat 80 Menschen das Leben gekostet“, sagte Herrmann. 2012 waren es 68. Auch ein Kind, das ohne Kindersitz mitfuhr, kam im vergangenen Jahr ums Leben. Auch um zu überprüfen, ob die Gurtpflicht eingehalten wird, soll es in Bayern in diesem Jahr verstärkte Kontrollen geben. Der Freistaat will außerdem auch 2014 wieder am bundesweiten Blitzmarathon teilnehmen, der aller Voraussicht nach im September stattfinden soll.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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