Zoll-Rekord bei geschmuggeltem Wasserpfeifentabak

München - Bayerische Zollfahnder haben im vergangenen Jahr so viel geschmuggelten Wasserpfeifentabak sichergestellt wie nie zuvor. Insgesamt 58 Tonnen zogen die Fahnder aus dem Verkehr.

Die Ermittler konnten damit zehn mal mehr sicher stellen als im Jahr 2008 - damals waren es weniger als 5 Tonnen. Weit verbreitete Shisha-Bars, in denen Wasserpfeife geraucht wird, hätten zum Anstieg des Schmuggels beigetragen, sagte Christian Schüttenkopf von der Zollfahndung München am Montag. Der Erfolg sei auch auf verbesserte Ermittlungsmethoden zurückzuführen. Weitere Schwerpunkte waren die Bekämpfung der Drogenkriminalität und des Zigarettenschmuggels.

Die Fahnder kamen insgesamt rund 700 Kilogramm harten Drogen wie Heroin und Kokain sowie rund 70 000 Ecstasy-Pillen auf die Spur. Ein Großteil davon wurde sichergestellt, der Rest unter anderem durch Zeugenaussagen belegt. Hinzu kamen weichere Drogen, darunter rund 400 Kilogramm Khat, rund 2800 Cannabispflanzen und mehr als 600 Kilogramm Cannabisprodukte. Die Fahndung schätzt den Marktwert all dieser Drogen auf knapp 17 Millionen Euro. Beim Wasserpfeifentabak gehe man von einem Wert von etwa 3 Millionen Euro auf dem Markt aus.

Die Beamten erwischten die Schmuggler vor allem bei Spontan- Kontrollen auf Autobahnen. Die Drogen stammten unter anderem aus Ländern wie Afghanistan, Iran oder der Türkei.

Zu den Ermittlungserfolgen zählt die Zollfahndung auch einen Einzelfund, bei dem 70 000 Ampullen Anabolika sichergestellt werden konnten. Zudem beschlagnahmten die Fahnder einen Oldtimer - und erzielten damit auch noch einen finanziellen Erfolg: Das Auto eines Münchners, der Drogen aus Holland schmuggelte und sie in Deutschland verkaufte, wurde am Montag für rund 250 000 Euro versteigert.

Das Zollfahndungsamt München war im vergangenen Jahr mit rund 280 Mitarbeitern bayernweit im Einsatz. Insgesamt wurde im Jahr 2009 in rund 1800 Verfahren gegen etwa 2250 Beschuldigte ermittelt.

dpa

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