Pole steckt in Schnee an Zugspitze fest - er hatte ein ungewöhnliches Problem

Bergsteiger in Bergnot: Er rennt seinen Rettern davon

Der Stopselzieher-Klettersteig ist tief verschneit, die Polen konnten nur mit Hilfe der Bergrettung  das Zugspitzhaus erreichen
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Bergretter helfen den in Bergnot geratenen Bergsteigern zur Bergstation der Zugspitzbahn
  • Johannes Welte
    VonJohannes Welte
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Die Freiwilligen der Bergrettung Ehrwald sind Vieles gewohnt: Immer wieder geraten an der Zugspitze völlig unzureichend ausgerüstete Hobby-Alpinisten in Bergnot oder schätzen ihr Können falsch ein. Doch was sich jetzt ein in Bergnot geratener Bergsteiger aus Polen geleistet hat, haben sie noch nie erlebt!

Der Mann wollte mit einem Kameraden (beide sind 31 und aus Polen) den Stopselzieher-Klettersteig auf die Zugspitze absolvieren. „Der Weg ist eigentlich unproblematisch und die beiden waren nicht schlecht ausgerüstet“, so Regina Poberschnigg von der Bergrettung Ehrwald (Tirol). Doch eines hatten die beiden nicht bedacht: „Oben liegt schon viel Schnee,“ berichtet Poberschnigg. Das Duo kam darum am Samstag nur langsam voran und als es dunkel wurde, errichteten die beiden ein Biwak an der Ruine der Kammstation der alten Tiroler Zugspitzbahn in rund 2800 Metern Höhe. Sonntagmorgen war das Wetter schlecht. Einer von den beiden hatte zudem Probleme mit dem Knie, Essen und Trinken gingen aus, er verständigte die Bergrettung Ehrwald. Die Helfer rückten aus. Dann passiert das Unglaubliche. Poberschnigg: „Als sein Kamerad unsere Mannschaft anrücken sah, rannte er in Richtung Gatterl davon, da er keine Bergeversicherung hat und mit hohen Kosten rechnete, die er er selbst tragen muss.“ Das Gatterl ist ein Pass, der zu einem anderen Pfad nach Ehrwald führt, doch auch der war tief verschneit. Einer der Retter rannte dem Flüchtenden durch den tiefen Schnee hinterher. holte ihn ein. „Er erklärte dem Mann, das er in den Tod geht, wenn er nicht umkehrt und mit kommt und die Rechnung nicht so hoch ausfallen wird, wie er es befürchtete.“ Der Pole war Poberschnigg zufolge bereits völlig erschöpft. „Er hätte sich sicher im Schnee verlaufen.“ Er kehrte dann doch um und folgte den Rettern, die die beiden Alpinisten zur Bergstation der Zugspitzbahn brachten, mit der sie sicher ins Tal zurückfahren konnten. „Einfach unglaublich“, so Poberschnigg.

Ein Bergretter (l.) versorgt den verunglückten Paraglider

Ein Gleitschirmpilot (39) aus München stieg mit zwei Freunden auf die Zugspitze, um von dort ins Tal zu segeln. Seine Kameraden starteten ohne Probleme ins Tal. Als der 39-Jährige sprang, herrschte auf einmal Rückenwind. Der Paraglider stürzte gegen 17 Uhr in unwegsames Gelände ab und blieb mit einem Schädel-Hirn-Trauma und einem zertrümmerten Knie liegen. Er drohte sogar weiter abzustürzen. „Er schaffte es noch, seine Freundin mit dem Handy zu alarmieren“, berichtet Poberschnigg. Die Freundin verständigte die Bergrettung. Eine Bergung mit Unterstützung der Zugspitzbahn war nicht möglich, weil die Bahn derzeit wegen Revision geschlossen ist. Eine Bergung per Hubschrauber und Seilwinde war auch ausgeschlossen. Der Rotorwind hätte den Schirm erfassen und den Münchner zum Absturz bringen können.
Ein Helikopter setzte dann zwei Bergretter in der Nähe ab, die sich im Dunklen zu dem Verletzten durchkämpften, sie sicherten den Mann und schnitten den Schirm ab. Der konnte dann per Seilwinde mit dem Helikopter geborgen und in die Klinik in Innsbruck geflogen. Dabei hatte der Bruchpilot am Freitagabend laut Poberschnigg Glück im Unglück: „Der in Reutte stationierte Helikopter RK-2 hat erst seit Kurzem eine Genehmigung zur Bergung per Seilwinde in der Nacht.“

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