Zugunglück: Warnung vor voreiligen Schuldzuweisungen

Rettungskräfte am Ort des Zugunglücks. Foto: Peter Kneffel/Archiv
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Rettungskräfte am Ort des Zugunglücks. Foto: Peter Kneffel/Archiv

Bad Aibling (dpa/lby) - Als Konsequenz aus dem Zugunglück von Bad Aibling hat die Lokführergewerkschaft GDL mehr Schulungen der Fahrdienstleiter an Simulatoren gefordert. Gleichzeitig warnte der stellvertretende GDL-Vorsitzende Lutz Schreiber im Bayerischen Rundfunk (BR) vor Schuldzuweisungen an den Fahrdienstleiter, noch ehe die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft abgeschlossen sind.

Beim Zusammenstoß von zwei Nahverkehrszügen waren am 9. Februar in Bad Aibling elf Männer ums Leben gekommen und mehr als 80 Fahrgäste verletzt worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung gegen den Fahrdienstleiter, der ein falsches Signal gegeben haben soll.

Dem BR sagte Schreiber am Donnerstag: "Was wir leider festzustellen haben, ist, dass Personalmangel in manchen Bereichen auch dazu führt, dass man gewisse Sachen, wie Fortbildung und Überwachung, ein Stück nach hinten schiebt, und das darf es einfach nicht sein." Es müsse regelmäßig und umfassend geschult werden, "da darf es auch keine Abstriche geben".

Kritik übte der Gewerkschafter an Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), der von einem fehlgeleiteten Notruf des Fahrdienstleiters berichtet hatte: "Vor den abschließenden Berichten (...) sollte man es tunlichst vermeiden, sich an Spekulationen zu beteiligen." Die Staatsanwaltschaft hatte am Dienstag nach den Äußerungen Herrmanns bekräftigt, sich vor Abschluss der Ermittlungen nicht zu Details zu äußern.

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