Wollte die Bahn diesen Lokschuppen illegal abreißen?

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Der Lokschuppen in Coburg gilt nun als einsturzgefährdet

Coburg - Die Stadt Coburg liegt wegen des historischen Lokschuppens mit der Deutschen Bahn im Clinch. Die Kommune unterstellt der Bahn, widerrechtlich einen Abrissversuch unternommen zu haben.

Jetzt sei der Lokschuppen stark einsturzgefährdet, sagte Michael Selzer, Sprecher von Oberbürgermeister Norbert Kastner (SPD). Ein Sprecher der Bahn wies diese Vorwürfe zurück. Das Unternehmen teilte mit: “Die Arbeiten, die die Deutsche Bahn am Lokschuppen durchgeführt hat, waren aus unserer Sicht legal.“

Für den vermeintlichen Abbruchversuch vom September habe es keine Genehmigung gegeben, widerspricht die Stadt. Die Arbeiten seien auf Anweisung der Denkmalschutzbehörde eingestellt worden. Durch die begonnenen Abbrucharbeiten sei das Gebäude aber stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Kommune hatte nun ein Gutachten bei der Landesgewerbeanstalt Bayern (LGA) in Auftrag gegeben. Das Baudenkmal sei “erheblich in Mitleidenschaft gezogen“ worden, fasste Selzer die Expertenmeinung zusammen. Die schon vor dem Abrissversuch schlechte Grundsubstanz des Gebäudes habe noch weiter gelitten.

Stadt plante Nutzung als Oldtimerzentrum

Der marode Lokschuppen ist nun weiträumig abgesperrt. “Da der Dachbereich in weiten Teilen stark einsturzgefährdet ist, wird sich die Situation bei Schneefall im Winter noch verschärfen“, gab Selzer zu bedenken. “Es besteht daher akuter Handlungsbedarf.“

Die Stadt Coburg hat sich seit Jahren um den Erhalt des Lokschuppens bemüht, wie Selzer betonte. Denkbar sei zum Beispiel eine Nutzung als Oldtimerzentrum gewesen.

Ob sich das jetzt noch verwirklichen lässt, ist fraglich. Weitere Gutachten müssten klären, ob eine Sanierung nun noch sinnvoll sei, ergänzte der Stadtsprecher. Von der Bahn heißt es, das Unternehmen führe derzeit Gespräche mit der Stadt Coburg.

Gebäude gilt als Industriedenkmal

Der Lokschuppen wurde nach dem Ersten Weltkrieg fertiggestellt 1921 in Betrieb genommen. Das Gebäude gilt in Coburg als Industriedenkmal. Seit den 1990er Jahren wird das Areal um den Lokschuppen nicht mehr genutzt.

Beispiele für historische Lokschuppen, die heute als Museum oder für andere kulturelle Zwecke genutzt werden, gibt es einige in Bayern: In Freilassing zum Beispiel werden Lokomotiven ausgestellt, auch im oberfränkischen Selb haben Eisenbahnfreunde aus dem Lokschuppen eine Ausstellungsstätte gemacht. In Rosenheim entstand ein Museum, das sich auf Ausstellungen aus dem Bereich Kulturgeschichte, Völker und Naturkunde spezialisiert hat.

dpa

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