"Zwölf Stämme": Ermittlungen gegen Reporter eingestellt

Augsburg - Die heimlichen Filmaufnahmen von Prügelszenen bei der Sekte „Zwölf Stämme“ haben für einen RTL-Reporter keine strafrechtlichen Konsequenzen. Die Augsburger Staatsanwaltschaft hat das Ermittlungsverfahren  eingestellt.

Grund sei, dass die Strafanzeige nicht von einem Betroffenen kam, sondern von einem Außenstehenden.

Der Fernsehreporter hatte auf dem Gut der „Zwölf Stämme“ im schwäbischen Klosterzimmern bei Deiningen (Landkreis Donau-Ries) mit versteckter Kamera gefilmt, wie Kinder geschlagen wurden. Der RTL-Bericht hatte großes Aufsehen ausgelöst. Die Behörden holten im vergangenen Jahr rund 40 Kinder aus den beiden bayerischen Gemeinschaften der Sekte und entzogen den Eltern vorläufig das Sorgerecht. Mittlerweile durften einige Buben und Mädchen in die Gemeinschaften zurückkehren.

Die Staatsanwaltschaft hatte ermittelt, nachdem im September 2013 eine Anzeige einging. Der Verdacht lautete auf Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen, wie Oberstaatsanwalt Matthias Nickolai erklärte. Eine Strafverfolgung sei jedoch nur möglich, wenn es einen wirksamen Strafantrag eines Verletzten gebe. „Da dies, wie sich herausgestellt hat, nicht der Fall ist, war das Verfahren einzustellen.“ Ein Sprecher von RTL sagte dazu: „Das ist das Ergebnis, das wir erwartet haben.“

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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