Sorgerechtsstreit in Nürnberg

"Zwölf Stämme"-Kinder kommen nicht zu Eltern zurück

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Blick auf ein Holzschild, das den Besucher in Klosterzimmern bei Deiningen (Bayern) im Nördlinger Ries begrüßt. Dort lebt die Glaubensgemeinschaft der "Zwölf Stämme".

Nürnberg - Weil sie ihre Kinder wahrscheinlich auch in Zukunft körperlich züchtigen würden, bekommen zwei Elternpaare der Glaubensgemeinschaft „Zwölf Stämme“ das Sorgerecht nicht zurück.

Das Oberlandesgericht (OLG) Nürnberg bestätigte inzwischen eine entsprechende Entscheidung des Amtsgerichts Ansbach, wie ein Justizsprecher am Montag in Nürnberg mitteilte.

Das Amtsgericht hatte den Eltern im Oktober 2014 Teile der elterlichen Sorge entzogen. Dagegen hatten die Eltern Beschwerde eingelegt. Doch auch für den Familiensenat des OLG steht fest, „dass die betroffenen Eltern aufgrund ihrer religiösen Überzeugung ihre Kinder auch in Zukunft körperlich züchtigen würden, weil die Züchtigung mit der Rute nach den Vorstellungen der Glaubensgemeinschaft, die die betroffenen Eltern teilen, unabdingbar zur Kindererziehung gehört“, hieß es.

Die Polizei hatte im September 2013 etwa 40 Kinder aus den Gemeinschaften der „Zwölf Stämme“ im schwäbischen Deiningen und im mittelfränkischen Wörnitz geholt, nachdem es immer wieder Vorwürfe der Züchtigung der Kinder gab. Einige Kinder konnten später zu ihren Eltern zurückkehren, beim Amtsgericht Nördlingen laufen aber immer noch mehrere Sorgerechtsverfahren.

Nazivergleich: Richter zeigt "Zwölf Stämme" an

Seit Jahren beschäftigen die wegen Prügelvorwürfen umstrittenen „Zwölf Stämme“ die Behörden. Die Sekte fühlt sich vom Staat verfolgt und schreckt auch vor einem Vergleich mit dem Nazi-Terror nicht zurück. Dies wurde dem zuständigen Amtsgerichtschef nun zu viel.

dpa

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