Annette Frier im tz-Interview

Abschied von Danni Lowinski - "Rolle meines Lebens"

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Sie hat sich in die Herzen der Zuschauer gespielt: Annette Frier als Danni Lowinski.

München - Jetzt bitte ganz tapfer sein. Ab Montag heißt es Abschied nehmen. Von einer, die sich in den letzten fünf Jahren in unsere Herzen geschlichen hat: Danni Lowinski, ehemalige Friseurin und unerschrockene Kaufhausanwältin, quittiert den Dienst bei SAT.1.

Doch bevor die Mischung aus Erin Brockovich und Liebling Kreuzberg endgültig Tschö sagt, hilft sie in 13 neuen Folgen der preisgekrönten Comedyserie noch einmal den kleinen Leuten aus der Patsche. Warum Hauptdarstellerin Annette Frier (40) die „Rolle ihres Lebens“ freiwillig an den Nagel hängt und jetzt schon Sehnsucht nach Danni hat, verrät sie im tz-Interview.

Frau Frier, erzählen Sie doch mal von Ihrer ersten Begegnung mit Danni Lowinski.

Annette Frier: Die hatte ich in der Tat in Form eines fertigen Drehbuchs, das mir zugeschickt wurde. Nach 15 Minuten wusste ich, dass ich das spielen will. Das war so ein heißer Scheiß! Für mich die Rolle meines Lebens – also bis jetzt!!!

Was hat sich denn dank der Lowinski in den letzten fünf Jahren bei Ihnen verändert?

„Danni Lowinski“, montags, 21.15 Uhr auf SAT.1

Frier: Ich bin reich, schön und begehrt. Nein, im Ernst: Es lief ja auch vor der Serie nicht schlecht, aber die Rolle hat mir in meiner Karriere schon einige Türen geöffnet. Ich konnte als Danni Lowinski ein so riesiges Spektrum zeigen, alle möglichen Facetten ausspielen. Das war wie ein Sechser im Lotto. Noch dazu, weil ich gleich um die Ecke von zu Hause in Köln gedreht habe und jeden Abend meine Kinder selbst ins Bett bringen konnte.

Schmerzt es Sie denn nicht, dass nach der fünften Staffel Schluss ist?

Frier: Na klar, für mich ist es am Allerschlimmsten, trotzdem stehe ich zu der Entscheidung, die ich ja auch mitgetragen habe. Ich quetsche ungern Zitronen aus, in denen kein Saft mehr ist. Wir erzählen mit Danni Lowinski ein Märchen, eine Art amerikanischen Traum. Und den werden wir ihr auch erfüllen. Schließlich wollen wir die Lowinski nicht im Keller versauern lassen. Wenn der Zuckerguss drauf ist, ist die Geschichte aber auch auserzählt.

Die Serie hat so ziemlich alles abgeräumt, was es im deutschen Fernsehen an Preisen gibt. Macht Sie das stolz?

Frier: Auf jeden Fall. Ich lebe und arbeite ja nicht im stillen Kämmerlein. So eine Unterhaltungsserie will und muss gesehen werden. Wenn man es mit der dritten Staffel nicht geschafft hat, ist das ein Zeichen dafür, dass die Leute nicht interessiert sind. Danni Lowinski aber hat sich zum Dauerbrenner entwickelt und das Herz des Publikums erobert. Das macht mich stolz und glücklich.

Also keine Trauer am letzten Drehtag?

Frier: Wir haben die ganze fünfte Staffel getrauert und ausgiebig den Abschied zelebriert. Das ging so weit, dass wir alle am letzten Drehtag das Gefühl hatten, jetzt wirklich Schluss machen zu müssen. Das war ein bisschen so, wie wenn man sich von lieben Gästen 24-mal verabschiedet und sie morgens um acht nach durchzechter Nacht immer noch dasitzen. Irgendwann ist dann auch gut. Aber klar, ich werde Danni vermissen. Bestimmt auch Sehnsucht spüren, aber das ist ja ein schönes Gefühl. Eines, für das man dankbar sein sollte.

Sind Sie auch dankbar, dass Sie die mörderischen Highheels künftig im Schrank lassen können?

Frier: Ach, man wächst mit seinen Aufgaben. Heute kann ich ohne große Schmerzen auf den Dingern laufen. Aber ich bin wirklich froh, dass ich mich nicht mehr in dieses etwas zu enge Synthetikkostüm zwängen muss. Überhaupt genieße ich die Freiheit. Normalerweise hätte ich ja jetzt wieder drei neue Drehbücher in der Tasche. Was ich spüre, ist mehr Raum im Kopf, ein frischer Wind, der da durchbläst und Platz für was Neues macht.

Was zum Beispiel?

Frier: Ein Theaterstück, das gerade in Planung ist. Ich habe viel zu lange nicht mehr auf der Bühne gestanden.

Interview: Astrid Kistner

Quelle: tz

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