tz erklärt die neue Mini-Serie der ARD

"Die Stadt und die Macht" - wer ist hier wer?

+
Anna Loos (45) spielt die engagierte Anwältin und Politikerin Susanne Kröhmer.

München - Die Miniserie "Die Stadt und die Macht" erzählt die Geschichte einer politisch engagierten, aber unerfahrenen Anwältin. Die tz stellt die Protagonisten der fiktiven, aber doch realistischen Geschichte vor.

Seit zehn Jahren steht eine Frau an der Spitze der Bundesrepublik Deutschland. In drei Bundesländern haben wir eine Ministerpräsidentin, nur unsere Hauptstadt war bisher immer in männlichen Regierungshänden. Das soll nun anders werden – zumindest im Fernsehen. Die Miniserie "Die Stadt und die Macht" (Trailer in der ARD-Mediathek) erzählt die Geschichte einer politisch engagierten, aber unerfahrenen Anwältin (Anna Loos). Voller Idealismus tritt sie an, Regierende Bürgermeisterin von Berlin zu werden. Bald schon muss sie allerdings feststellen, dass sie in dieser Funktion nicht nur für „das Gute“ kämpfen kann, sondern vor allem gegen Intrigen, Korruption und andere Widerstände angehen muss.

Die ersten zwei Episoden laufen am Dienstag im Ersten, zwei weitere Doppelfolgen werden am Mittwoch und Donnerstag ausgestrahlt – programmiert als Event, wie zuletzt schon Weissensee. Auch der Regisseur ist derselbe: Friedemann Fromm.

"Die Stadt und die Macht" ist ein mit hochkarätigen Schauspielern besetztes, insgesamt durchaus ambitioniertes Projekt, das tiefe und (naturgemäß?!) nicht sehr schöne Einblicke in die Welt der Politik bietet. Die Politikverdrossenheit im Land wird dadurch sicher nicht gemindert werden, der Glaube an das Gute scheint einmal mehr naiv zu sein. Zumal sich die Macher der Serie einen Berater ins Boot geholt haben, der sich auskennt im echten Betrieb: Frank Stauss (50) hat unter anderem die Wahlkampagnen für Gerhard Schröder (2005), Klaus Wowereit (2001 bis 2011) oder Hannelore Kraft (2010, 2012) organisiert. Die tz stellt die Protagonisten der fiktiven, aber eben doch realistischen Geschichte vor.

Die engagierte Politikerin

Anna Loos steht als Susanne Kröhmer im Mittelpunkt der Serie. Sie ist Rechtsanwältin, Abgeordnete der Christlich Demokratischen Partei (CDP) und will mit ihrem Freund Maik (Stephan Kampwirth) eine Familie gründen. Die große Politik hat sie seit Kindestagen miterlebt: Ihr Vater, zu dem sie ein enges, aber schwieriges Verhältnis hat, ist als Fraktionsführer der CDP ein Schwergewicht in Berlin. Als die Große Koalition eines Tages wegen eines Skandals zerbricht, tritt Susanne zur Überraschung vieler für die anstehenden Neuwahlen als Spitzenkandidatin ihrer Partei an. Mithilfe des Politberaters Georg Lassnitz macht sie sich fit für den Wahlkampf, der es in sich haben wird. Privat – sie ist schwanger! – gerät sie darüber in eine schwere Krise.

„Susanne wird überschüttet mit emotionalen Tiefschlägen“, sagt Anna Loos über ihre Rolle. Anfangs steckt sie voller Ideale, bis sie dann beginnt, Menschen und Medien zu benutzen, das Spiel zu durchschauen und auch zu mögen, wobei natürlich unbewusst auch einige Ideale auf der Strecke bleiben.“

Der Berater

Martin Brambach verkörpert den Wahlkampfberater Georg Lassnitz und ist neben Anna Loos die heimliche Hauptfigur der Serie. Sein Part sorgt dafür, dass man hinter die Kulissen des politischen Geschäfts blickt. Er, der zynische Spindoctor, erklärt seiner Kandidatin und dem Zuschauer, wie eine Kampagne organisiert wird und welche Intrigen auf dem Weg lauern.

Das Geheimnis der Mutter

In "Die Stadt und die Macht" gibt es ein Wiedersehen mit Jürgen Heinrich (Wolffs Revier). Er spielt Frank Griebnitz, einen Mann, der um die Machenschaften zahlreicher Spitzenpolitiker weiß und diese so in der Hand hat. In den 70er-Jahren hatte er eine leidenschaftliche Affäre mit Susannes Mutter Brigitte, gespielt von Renate Krößner. Schon früh drängt sich der Verdacht auf, dass Griebnitz Susannes leiblicher Vater sein könnte.

Der Jugendfreund und Journalist

Alex Moravek, gespielt von dem eher unbekannten Carlo Ljubek, ist ein Jugendfreund von Susanne Kröhmer, der als investigativer Journalist arbeitet. Als ein Bauunternehmer vom Dach eines Hochhauses stürzt, ist zunächst unklar, ob es sich um Selbstmord oder Mord handelt. Moravek fängt an zu recherchieren und bringt dadurch das politische Berlin ins Wanken.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin

Als Regierender Bürgermeister ist Manfred Degenhardt (Burghart Klaußner) von der Sozialdemokratischen Union (SDU) ein populärer Politiker, der sich gern volksnah gibt. Andererseits steckt auch er in einem Sumpf aus Intrigen und Korruption. Als Susanne Kröhmer als Bürgermeisterkandidatin nominiert wird und gegen ihn antritt, unterschätzt er sie. Eine Frau als Gegnerin nimmt er gar nicht erst ernst.

Der Vater und mächtige Strippenzieher

Karl-Heinz Kröhmer, gespielt von dem großartigen Thomas Thieme, ist Susannes Vater und – wenn auch in der zweiten Reihe stehend – einer der mächtigsten Politiker in Berlin. Seine Heimat ist die konservative CDP. „Er ist sehr intelligent, hat Kraft und ist skrupellos, selbst innerhalb seiner eigenen Partei“, so Thieme über seine Figur. Allerdings habe „KK“, wie er nur genannt wird, auch klare Positionen, die er vertritt.

THY

Quelle: tz

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Moderatorin Andrea Kiewel leistet sich schmutzige Anspielung im ZDF-Fernsehgarten
Moderatorin Andrea Kiewel leistet sich schmutzige Anspielung im ZDF-Fernsehgarten
US-Schauspielerin gestorben - Die Serie, in der sie mitspielte, ist sehr bekannt
US-Schauspielerin gestorben - Die Serie, in der sie mitspielte, ist sehr bekannt
The Voice of Germany: „Halt die Schnauze“ - befremdliche Szene zwischen Mark Forster und Sido
The Voice of Germany: „Halt die Schnauze“ - befremdliche Szene zwischen Mark Forster und Sido
RTL II gibt es so nicht mehr! Gravierende Veränderung bei TV-Sender
RTL II gibt es so nicht mehr! Gravierende Veränderung bei TV-Sender

Kommentare