Bilanz nach einer Woche ARD-Quizduell

Pilawa: "Vielleicht sind wir alle enttäuscht"

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Hat in der letzten Woche gute ­Nerven bewiesen: Quizmoderator Jörg Pilawa.

München - Nach einer Woche mit dem interaktiven "Quizduell" in zieht Moderator Jörg Pilawa Bilanz. Er spricht offen über die Pleite und die Chance, sich auf ein gutes Stück traditionelles Fernsehen zu besinnen.

Es war, als ob du dir in der Küche nach dem Bücken beim Hochkommen den Kopf an der offenen Schranktür stößt. Das tut weh, und du hast zwei Möglichkeiten: Entweder du verfluchst denjenigen, der die Tür offen gelassen hat oder du schüttelst dich einmal und machst weiter.“ Showmoderator Jörg Pilawa hat sich für letzteres entschieden. Fünfmal hat er sich in der letzten Woche den Kopf gestoßen, denn an keinem Tag funktionierte die App-Version seines neuen Quizduells auf der ARD. Im Interview mit dem Medienmagazin dwdl spricht Pilawa offen über diese Pleite und die Chance, sich auf ein gutes Stück traditionelles Fernsehen zu besinnen.

Die Mission, das interaktive Fernsehen neu zu erfinden, ist vorerst gescheitert. „Nach einer Woche spielen wir immer noch eine Unplugged-Version des Quizduells wie in den 80er Jahren“, gibt Pilawa unumwunden zu. Dass er dabei eine gute Figur macht und mit seiner unaufgeregten Spontaneität Sympathiepunkte sammelt, freut den Hamburger und verwundert ihn zugleich: „Dass die Menschen nach den 20 Jahren, die ich im Fernsehen bin, so erstaunt sind, dass ich improvisieren kann, überrascht mich. Aber vielleicht liegt es daran, dass wir in Deutschland längst viel zu steriles Fernsehen machen, in dem keine Fehler mehr zugelassen werden.“

Konkurrenz schaut interessiert zu

Im Ersten scheint man das nicht so eng zu sehen. Er habe viel Zuspruch über die Anstalten hinweg erfahren, sagt Pilawa im dwdl-Gespräch. Aber wie, so die zentrale Frage, soll es in den nächsten zwei ­Wochen weitergehen mit der ersten ­interaktiven Vorabendshow der ARD?

Der Gastgeber hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass er spätestens „am Mittwoch ein Quizduell spielen kann, wie es sich einmal kluge Leute ausgedacht haben“. Und dennoch bleibt der 48-Jährige auch skeptisch: „Wer weiß, wie eine App-unterstützte Sendung überhaupt aussieht und sich anfühlt? Vielleicht sind wir alle enttäuscht, wenn die App läuft und sagen hinterher: Und dafür den ganzen Aufriss?“

Zumindest bei der privaten Konkurrenz dürfte man das von ITV Studios produzierte Experiment im Ersten ganz genau beobachten. Schließlich bastelt RTL mit Hochdruck an seinem neuen Castingformat Rising Star, das noch in diesem Jahr mit App-Unterstützung ins Fernsehen kommen soll. „Ich habe in der vergangenen Woche – den spannendsten fünf Tagen meiner Karriere – viel über Technik und das Internet gelernt“, sagt Pilawa. Was bleibt, ist die Erkenntnis, „dass uns nichts anderes übrig bleibt als jeden Tag eine Sendung als Wundertüte zu präsentieren“.

aki

Quelle: tz

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