Ist der ARD-Umbau gescheitert?

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Reinhold Beckmann (55) kam vergangenen Donnerstag auf nur 6,6 Prozent Marktanteil – zu wenig für den Talker

Berlin - Bei der ARD läuft es immer noch nicht rund. Die Sendung von Reinhold Beckmann ist nur eine von mehreren akuten Baustellen: die tz-Analyse.

Die Baustellen der ARD: Da wurde monatelang wegen Neuzugang Günther Jauch nach neuen Sendeplätzen für die anderen Talkshows gesucht und dazu an einem neuen Konzept für den quotenschwachen Vorabend gefeilt – und dann läuft es immer noch nicht rund. Weder die neuen Regionalkrimis der Reihe Heiter bis tödlich haben bei den Zuschauern eingeschlagen, noch konnten sich die Talker (abgesehen von Jauch) über gute Quoten freuen. Gerade für Reinhold Beckmann am Donnerstag läuft es besonders schlecht. So schlecht, dass die Senderspitze angeblich über eine Rolle rückwärts nachdenkt: Beckmann soll nach Spiegel-Informationen auf seinen alten Stammplatz am Montagabend zurückkehren. Was wiederum für neue Probleme sorgen würde. Wo noch geschraubt und gefeilt werden muss – die tz-Analyse:

Baustelle Beckmann

Die ARD gibt sich zu diesem Thema zugeknöpft: „Kein Kommentar“, hieß es am Montag aus der Zentrale in München. Im Schnitt verfolgten gerade mal rund eine Million Menschen die vergangenen Ausgaben. Früher kam Beckmann auf rund 1,5 Millionen Zuschauer. Und das Argument, dass sich das Publikum erst noch an die neue Programmstruktur gewöhnen muss, zieht nach knapp drei Monaten auch nicht mehr.

Es ist kein Geheimnis, dass der Moderator (55) mit dem Sendeplatz am Donnerstagabend selbst hadert: Zu dem ohnehin schwierigen Sendeplatz nach den Politmagazinen kommt hinzu, dass Beckmann in letzter Zeit oft noch später anfing als ursprünglich vorgesehen, etwa wegen Filmen mit Überlänge.

Die Rückkehr zum Montag scheint die einfachste Lösung zu sein. Wenn es nur so leicht wäre: Schließlich talkt da bereits Frank Plasberg mit Hart aber fair. Und der würde auch nicht für Beckmann auf den Donnerstag wechseln. Zwei Talkshows hintereinander, das dürfte dem Publikum zu viel werden. Gerade, weil am Tag davor erst Günther Jauch an der Reihe war. Die Redaktionen müssten viel Fantasie mitbringen, damit sich Gäste und Themen nicht zu sehr ähneln.

Was nun mit Beckmann im Ersten geschieht, wird dieser Tage in Bremen diskutiert: Dort treffen sich seit am Montag die Intendanten der ARD-Anstalten. Mittwoch wollen die Verantwortlichen dann öffentlich Klartext reden.

Soldat oder Zivi: Was die Promis machten

Bund oder Zivildienst. Diese Frage stellt sich allen jungen Männern, sobald der Musterungsbescheid ins Haus flattert. Jetzt wurden beide Dienste auf sechs Monate verkürzt. Wir zeigen, welcher Promi Soldat war und wer als Zivi diente. © dpa
Harald Schmidt leistete seinen Zivildienst im Pfarrbüro der Kirchengemeinde Nürtingen (Baden-Württemberg). Auf die Frage, warum er nicht zum Bund gegangen sei antwortete Schmidt: Weil Zivildienstleistende nicht mit der Waffe töten dürfen, versuchen sie es mit Essen auf Rädern.  © dpa
Michael "Bully" Herbig dagegen leistete seinen Werhdienst mit der Waffe in der Hand beim Bund. © dpa
Der Terminator als Zivi? Absurde Vorstellung. Deswegen diente Arnold Schwarzenegger auch als Panzerfahrer beim österreichischen Bundesheer. Für eine Bodybuilding-Meisterschaft türmte er sogar aus seiner Kaserne. © dpa
Moderator und Musiker Götz Alsmann war ebenfalls beim Bund. Seine heutige Frisur passte aber wohl nicht unter den Helm. © dpa
Tote-Hosen-Sänger Campino war dagegen Zivi. Er leistete seinen Dienst in der Rheinischen Landesklinik für Psychiatrie in Düsseldorf. © dpa
Moderator und Promi-Versteher Reinhold Beckmann war Zivi in einer Jugendbildungseinrichtung. © dpa
Entertainer Thomas Gottschalk war weder Soldat noch Zivi. Er wurde als Halbwaise ausgemustert. © dpa
Gottschalks Kollege Günther Jauch entkam dem staatlichen Zwangsdienst aus einem ganz anderen Grund: Er lebte in Berlin - die Stadt war durch das Viermächteabkommen entmilitarisiert. West-Deutsche mit Wohnsitz im Westteil Berlins wurden nicht eingezogen. © dpa
RTL-Moderator Oliver Geissen ging dagegen zum Bund und robbte mit dem Gewehr in der Hand über den Boden. © dpa
Komiker Dirk Bach leistete seinen Zivildienst in Köln. © dpa
Unser Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) diente selbstverständlich in der Bundeswehr. Er leistete seinen Wehrdienst bei den Gebirgsjägern in Mittenwald. © dpa
Nationalspieler Lukas Podolski diente dem deutschen Staat als Zivi. Von April bis Dezember 2005 leistete Poldi seinen Zivildienst mit einer Sonderregelung für Spitzensportler von 15 Stunden pro Woche - und zwar im Olympia-Stützpunkt im heimatlichen Köln. © dpa
Auch Poldis Nationalmannschaftskollege Per Mertesacker war Zivi. Er diente in einer geschlossenen Anstalt für Geistigbehinderte. Mertesacker: "Für mich war das ein guter Ausgleich neben dem Fußball." © dpa
Der King of Rock 'n' Roll diente als G.I. für die US-Army in Deutschland. Elvis Presley leistete seinen Wehrdienst unter anderem von 1958 bis 1960 im Panzerbatallion der 3rd Armored Division in Friedberg (Hessen). © dpa
DSDS-Gewinner Alexander Klaws wurde wegen einer Wespengift-Allergie ausgemustert. © dpa
Sat1-Moderator Kai Pflaume war Soldat. Er diente in der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR. © dpa
"Isch hab' gedient", kann Hape Kerkeling sein. Und zwar als Zivi. © dpa
War ebenfalls Zivildienstleistender: Schwimmstar Paul Biedermann. © dpa
RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel kennt dagegen den Drill auf dem Kasernenhof: Er war bei der Bundeswehr. © dpa
Auch Starkoch Johann Lafer war Soldat. Er diente im österreichischen Bundesheer. © dpa
Ex-Nationalspieler Marco Bode war Zivi. Nach eigenen Angaben erfuhr er im Altenheim „wahren Wert der Gesundheit und Jugend“. © dpa
Moderator Stefan Raab leistete 1986/1987 seinen Grundwehrdienst bei der Flugbereitschaft des Verteidigungsministeriums in Köln-Wahn ab. © dpa
Komiker Hans Werner Olm entging seiner Einberufung, indem er nach West-Berlin zog: „Ich hatte keine Lust auf Bundeswehr. Und in Berlin war man davon befreit.“ © dpa
Ex-Boxweltmeister Henry Maske war Soldat in der DDR. Er brachte es sogar zum Offizier der NVA. © dpa
Im Westen diente Moderator Jürgen von der Lippe beim Bund. Und zwar in Olivgrün. Hawaii-Hemden sind im Manöver eher unpraktisch. © dpa
Schauspieler Til Schweiger leistete kurzzeitig seinen Wehrdienst beim Bund. Dann verweigerte er den Dienst an der Waffe aus Gewissensgründen und wurde Zivi im Krankenhaus. © dpa
Muskelmann Ralf Möller dagegen zog seinen Wehrdienst beim Bund durch. Er berichtet: "Ich habe meinen Wehrdienst bei den Pipeline-Pionieren absolviert, von 1979 bis 1981, Bataillon 840 in Wuppertal-Elberfeld." © dpa
BAP-Sänger Wolfgang Niedecken diente als Zivi. Er wurde in der Altenbetreuung und beim Essen auf Rädern in Köln eingesetzt. © dpa
Rodel-Olympiasieger Georg Hackl war Sportsoldat bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr in Bischofswiesen. Er brachte es bis zum Dienstgrad eines Stabsfeldwebels. © dpa
Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) war zwar ein guter Fußballspieler und bestimmt tauglich. er wurde aber als Sohn einer Kriegerwitwe nicht eingezogen. © dpa
Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) Philipp Rösler war Sanitätsoffizier bei der Bundeswehr. © dpa
Grünen-Fraktionsvorsitzender musste nach dem Abitur zunächst zum Bund. Seine Kriegsdienstverweigerung war zunächst nicht anerkannt worden. Er klagte sich allerdings in den Zivildienst und arbeitete in einem Heim für schwer erziehbare Jungen bei Bremen. © dpa
Komiker Mike Krüger ging zum Bund. Er war Funkfernschreiber bei der Marine in Glücksburg, Flensburg sowie beim Marinefliegergeschwader 1 (MFG1) in Kropp/Jagel. © dpa
CSU-Ehrenvorsitzender Edmund Stoiber sitzt auf diesem Bild zwar im Panzer. Er absolvierte seinen Grundwehrdienst aber bei der Gebirgsdivision in Mittenwald und Bad Reichenhall. © dpa
Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele diente beim Bund. Er lehnte aber die übliche Beförderung zum Gefreiten ab. © dpa
Er hatte ein Gewehr in der Hand und war ein Soldat: Komiker Bernd Stelter war in Unna-Königsborn im Nachschub-Bataillon stationiert. © dpa

Baustelle Vorabend

Krimis mit Humor sollten das Publikum am Vorabend zur ARD locken. Aber den Verantwortlichen dürfte in letzter Zeit weniger zum Lachen sein: Die Regionalreihe Heiter bis tödlich krebst seit dem Start im Oktober im einstelligen Marktanteil herum (siehe unten). Das Bayern-Duo Hubert und Staller (Christian Tramitz, Helmfried von Lüttichau) schneidet noch am besten ab. An dieser Baustelle wird die ARD wohl noch länger zu tun haben!

EH

Quelle: tz

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