Bayerisches Fernsehen: Sie wird die neue TV-Chefin

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Bettina Reitz ist eine leidenschaftliche Fernsehfrau. Zum 1. Juni 2012 soll sie ihr neues Amt antreten.

München - Wenn alles planmäßig läuft, wird bald zum ersten Mal in der Geschichte des Bayerischen Rundfunks eine Frau an der Spitze der Fernseh­direktion stehen: Bettina Reitz. Hier erfahren Sie mehr über die neue TV-Chefin.

Nach Informationen der tz soll Bettina Reitz zum Sender zurückkehren und die Geschäfte von Dr. Gerhard Fuchs übernehmen, dessen Amtszeit am 31. Mai 2012 endet. So jedenfalls wünscht es sich der Intendant des Bayerischen Rundfunks, Ulrich Wilhelm.

Wie die tz erfuhr, wurde die Personalie gestern intern erstmals zur Diskussion gestellt: Wilhelm habe in einer Sitzung des Fernsehausschusses den Namen Bettina Reitz ins Spiel gebracht, hieß es aus sicherer Quelle. Die Entscheidung darüber, ob die gebürtige Frankfurterin wirklich die neue Fernsehchefin wird, obliegt nun dem Rundfunkrat, dem Kontrollorgan des BR, dessen Aufgabe unter anderen die Berufung der Direktoren (Fernsehen, Hörfunk) ist. Ihm gehören 47 Mitglieder aus Bereichen wie Politik, Gesellschaft und Kirchen an.

Auf Anfrage der tz bestätigte der BR, dass der Intendant am 8. Dezember dem Rundfunkrat Bettina Reitz als neue Fernseh­direktorin vorschlagen werde. „Bettina Reitz steht für Qualitätsfernsehen und verfügt über internationales Renommee. Sie ist hoch geschätzt bei den Mitarbeitern“, so ein Sprecher.

Für Reitz würde das neue Amt eine Rückkehr zu alter Wirkungsstätte bedeuten: Von 2003 bis 2011 war sie Leiterin des Programmbereichs Spiel-Film-Serie beim BR. Zu den zahlreichen Produktionen, für die sie dort verantwortlich war, gehören Marias letzte Reise, die Erfolgsserie Dahoam is Dahoam und die Oscar-nominierten Filme Sophie Scholl – Die letzten Tage und Das weiße Band. Der BR war in ihrer Verantwortung auch als Co-Produzent am Stasi-Drama Das Leben der Anderen von Florian Henckel von Donnersmarck beteiligt, das 2007 mit dem ­Oscar ausgezeichnet wurde.

Wo Bettina Reitz draufstand, war tatsächlich immer Qualität drin, umso überraschender wirkte ihr Wechsel zur Degeto. Am 1. Mai dieses Jahres übernahm sie die Geschäftsführung der ARD-Tochterfirma, die hauptsächlich für das steht, was man nett formuliert „seichte Unterhaltung“ nennt (tz berichtete). Dass dort zuletzt Probleme zutage getreten sind, weil in den vergangenen Jahren viel zu viele Produktionsaufträge vergeben wurden – all dies soll kein Grund dafür sein, dass die leidenschaftliche Fernsehfrau Reitz (Jahrgang 1962) nun als BR-Fernsehchefin im Gespräch ist.

Intern war sie schon lange als eine der Nachfolge-Kandidaten für Dr. Gerhard Fuchs gehandelt worden, ihr Wechsel zur Degeto wurde gar als Indiz dafür gewertet. Wie man hört, können selbst die Anwärter, die sich ebenfalls Hoffnungen auf den Posten gemacht haben, sehr gut mit dem Vorschlag des Intendanten für Bettina Reitz leben. Besser geht’s nun wirklich nicht.

Stefanie Thyssen

Quelle: tz

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