Traumdeuterin im Interview

Berlin-Tatort: Keine Angst, wenn Sie vom Tod träumen!

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Kommissar Stark (Boris Aljinovic) spricht mit Trude (Lise Risom Olsen) über ihre Visionen.

München - Im Berliner "Tatort" beeindruckt eine Norwegerin als eine junge Frau, die einen unheilvollen Traum hat. Die tz fragte bei einer Traumdeuterin nach, ob es solche Vorhersagen wirklich gibt, warum Träume so wichtig sind und was sie bedeuten.

Millionen Zuschauer sahen Sonntagabend den sehr besonderen Tatort: Vielleicht. Es war die letzte Folge mit Boris Alji­novic als Kommissar Felix Stark – und sie wird vielen Fans nicht nur als starker Abgang des Ermittlers in Erinnerung bleiben, sondern auch wegen Lise Risom Olsen. Die Norwegerin, die seit einigen Jahren in Berlin lebt, legte ein fulminantes TV-Debüt in Deutschland hin: Sie spielte eine Studentin, die zwei Morde und einen Mordversuch an Kommissar Stark in ihren Träumen vorhergesehen hatte.

Die tz fragte bei der Traumdeuterin Heidemarie Eibl nach, ob es solche Vorhersagen wirklich gibt, warum Träume so wichtig sind und vor allem: was sie bedeuten.

Frau Eibl, ist es möglich, dass man, wie die Frau aus dem „Tatort“, einen Mord „vorausträumt“? 

Heidemarie Eibl: Möglich ist alles, aber ich halte die Geschichte für absolut unrealistisch. Sie entbehrt jeder Grundlage. Und ich finde es auch ein bisschen bedenklich, dass man suggeriert, dass Träume bestimmte Ereignisse vorhersagen könnten.

Warum? 

Eibl: Träume haben immer mit einem selbst zu tun. Selbst wenn man träumt, dass jemand anderes stirbt – der schlimmste Traum ist für viele, dass das eigene Kind stirbt – hat das in erster Linie mit einem selbst zu tun und gar nicht mit dem Menschen, von dem man da geträumt hat.

Was will einem so ein „Mords-“ oder Todestraum dann sagen?

Heidemarie Eibl deutet Träume.

Eibl: Der Tod ist im Traum nichts Negatives. Er bedeutet meist einen Abschluss von einer Angelegenheit, es entsteht Platz für einen Neubeginn, der sich auf die verschiedensten Bereiche des Lebens beziehen kann. Ein Beispiel wäre, dass das Unternehmen in die Brüche geht, das man selbst gegründet hat.
Die junge Frau im „Tatort“ hat fürchterlich unter ihren Träumen gelitten. Kennen Sie das aus Ihrem Alltag?
Eibl: Ja, das erlebe ich oft, dass Menschen zu mir kommen, weil sie vom Tod nahestehender Menschen geträumt haben und sich nun Sorgen machen, dass die dann tatsächlich einen Unfall haben oder ähnliches. Denen sage ich dann genau das, was ich eben schon angesprochen habe: Die Träumenden müssen von dem Gedanken loskommen, dass sie das Leben oder Sterben eines anderen träumen. Es geht immer um einen selbst. Das ist die Quintessenz. Das, was man träumt, ist man selbst. Die eigene Welt wird da verarbeitet.
Hat jeder Mensch Träume, vor denen er Angst hat?

Eibl: Ja, jeder. Die Menschen gehen nur anders mit ihnen um. Manche denken viel über sie nach, andere verdrängen sie eher.

Ein bekanntes Traum-Szenario ist, dass man zu langsam ist. Man will rennen, kommt aber nicht von der Stelle.

Eibl: Ja, das ist die Angst zu versagen, die da zum Vorschein kommt. Die Angst, dass man mit irgendetwas nicht rechtzeitig fertig wird, dass man nicht schnell genug ist. Im Allgemeinen haben Menschen, die so etwas träumen, sehr viel Druck.

Warum sind Träume so wichtig – selbst, wenn sie einen quälen?

Eibl: Träume sind so notwendig wie Atmen, Trinken oder Essen. Wir entmüllen beim Träumen unsere Seele. Die Forschung hat folgendes ergeben: Wenn man die Traumphasen eines Menschen regelmäßig stört, wird er hochgradig depressiv.

Und wenn man sich an seine Träume nicht erinnern kann?

Eibl: Das ist etwas anderes, das ist nicht schlimm. Dann hat man ja trotzdem geträumt, und das ist die Hauptsache (lacht).

Interview: Stefanie Thyssen

Quelle: tz

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