"Sternstunden"

BR-Gala bald im Ersten?

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Sabine Sauer präsentierte im vergangenen Jahr die Sternstunden-Spendengala im Bayerischen Fernsehen. Geht es nach der ARD, wird die Sendung demnächst im Ersten zu sehen sein

München - Seit ihrer Gründung 1993 hat die Benefizaktion Sternstunden des Bayerischen Rundfunks über 150 Millionen Euro Spendengelder zusammengetrommelt. Jetzt will die ARD die Sendung im Ersten ausstrahlen. 

Es ist eine stolze Bilanz: Seit ihrer Gründung 1993 hat die Benefizaktion Sternstunden des Bayerischen Rundfunks über 150 Millionen Euro Spendengelder zusammengetrommelt und damit mehr als 2200 Hilfsprojekte für Zwergerl unterstützt. Jetzt soll die Erfolgsgeschichte zum Exportschlager werden: Die ARD will die Sternstunden-Gala künftig im Ersten ausstrahlen.

In der Vorweihnachtszeit wäre auch schon ein attraktiver Sendeplatz frei – spätestens seit die ARD-Macher die José-Carreras-Gala aus ihrem Hauptprogramm gekegelt haben. Auf der Suche nach einer neuen Sternstunde der karitativen Abendunterhaltung haben sie nun angeblich in München angeklopft. BR-Sprecher Chris­tian Nitsche zur tz: „Das Erste ist an den BR mit der Frage herangetreten, ob es sich der Sender vorstellen könnte, die hoch angesehene und vorbildliche Sternstunden-Gala im Hauptprogramm als federführender Sender (neben der Beibehaltung des Sternstundentages im BR) zu präsentieren.“

So viel Lob für die eigenen Mitarbeiter – man sollte meinen, dass im Funkhaus in der Arnulfstraße kollektives Schulterklopfen ausgebrochen ist. Tatsächlich liegen sich dort so manche Mitarbeiter in den Armen – allerdings mit Tränen der Enttäuschung. Hinter den Kulissen haben die BR-Bosse nämlich bereits eine Ausschreibung gestartet. Fremdfirmen sollen Konzepte vorlegen, wie man die Sternstunden-Gala ARD-gerecht in Szene setzen könnte. Das wiederum würde bedeuten, dass die vorbildlichen BR-Redakteure zähneknirschend zuschauen müssten, wie sich ein externes Produktionsteam mit ihren Sternstunden profiliert. „Viele von uns haben 19 Jahre lang ihr ganzes Herzblut in die Sternstunden gesteckt, auch ehrenamtlich für die Aktion gearbeitet“, sagen BR-Mitarbeiter der tz. „Wenn uns jetzt unsere eigenen Chefs die Sternstunden wegnehmen, dann ist das, als reißen Sie dem Sender das Herz heraus.“

Ganz so dramatisch scheinen die BR-Bosse ihre Pläne und die Befindlichkeiten im Funkhaus nicht einzuschätzen. Sprecher Nitsche: „Für BR-Intendant Ulrich Wilhelm steht unverändert an oberster Stelle, dass die Spender darauf vertrauen können, dass ihre Beiträge eins zu eins bei den Projekten und Kindern in Not ankommen.“

So sieht’s auch der Miterfinder der Benefizaktion. Thomas Jansing, früher BR-Unterhaltungschef und jetzt Geschäftsführer des Sternstunden-Vereins, zur tz: „Wir stehen diesen Plänen mit größtem Wohlwollen gegenüber und werden uns der Herausforderung gerne stellen.“

Und BR-Sprecher Nitsche bemüht sich inständig, die Unruheherde im Funkhaus einzufangen und zu besänftigen: Keine Panik, es sei ja noch gar nichts entschieden! Das könnte sich allerdings bald ändern. Denn nach tz-Informationen steht nächste Woche entscheidende Gespräch mit den Fremdfirmen an.

Andreas Beez

Quelle: tz

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