"Das unsichtbare Mädchen" im ZDF

So viel Wahrheit steckt in diesem Film

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Ex-Ermittler Altendorf (re.) stachelt Tanner an, Sina zu suchen

Mainz - Überraschend, brutal, nervenaufreibend: Montag Abend sah ein Millionenpublikum den ZDF-Krimi "Das unsichtbare Mädchen". Wie viel Wahrheit steckt in diesem Film?

Überraschend, brutal, nervenaufreibend: Montag Abend sah ein Millionenpublikum den ZDF-Krimi Das unsichtbare Mädchen. Die Zuschauer verfolgten die schwierigen Ermittlungen von Kommissar Tanner (Ronald Zehrfeld), der neu ins oberfränkischen Eisenstein kommt: Er sucht Sina, die vor elf Jahren als Kind entführt worden war – und spürt die mittlerweile 19-Jährige schließlich in einem Bordell auf! Der Krimi ist an den wahren Fall der kleinen Peggy angelehnt, die am 7. Mai 2001 in Lichtenberg (Kreis Hof) verschwand. Doch welche Szenen in dem gestrigen Film entsprechen der Wahrheit, welche sind Fantasie? Eine Spurensuche.

Im Film sitzt der geistig behinderte Ecco als verurteilter Mörder in Haft, obwohl Sinas Leiche nie gefunden wurde.

Tatsache: Bei Peggy handelt es sich um einen Mordfall ohne Leiche. Es gibt keine DNA-Spuren, nichts. Trotzdem glaubte die Justiz, dass der geistig behinderte Lichtenberger Ulvi K. (34) Peggy umgebracht hat. Das Landgericht Hof verurteilte ihn zu lebenslanger Haft.

Ecco hat den Mord zugegeben, sein Geständnis allerdings später widerrufen.

Ulvi K. ist geistig behindert.

Stimmt: Ulvi K. wurde angeblich unter Druck gesetzt, die Tat zu gestehen, zog die Aussage aber wieder zurück. Viele Lichtenberger sind davon überzeugt, dass die Polizei schnell einen Sündenbock brauchte. „Wenn man Details zu den Ermittlungen liest, ist es erschreckend, dass es überhaupt zu einem Prozess gegen Ulvi gekommen ist“, sagt Drehbuchautor Friedrich Ani. Ks. Anwalt kämpft für eine Wiederaufnahme des Verfahrens.

Der erste Soko-Leiter muss seinen Platz räumen.

Elmar Wepper spielt Ex-Hauptkommissar Altendorf, der vom bitterbösen Ermittler Wilhelm Michel (Ulrich Noethen) abgelöst wurde – Altendorf konnte nicht schnell genug einen Täter präsentieren. In Wirklichkeit setzte der damalige Innenminister Beckstein den ersten Soko-Leiter nach neun Monaten ab.

Polizeichef Michel ist Sinas Vater.

Nein. Peggys leiblicher Vater Marco S. hat nichts mit der Polizei zu tun.

Sinas Mutter kauft für ihre Tochter ein Grab – obwohl es keine Leiche gibt.

Auch Peggys Mutter Susanne K. ließ einen Grabstein aufstellen. Als Sterbedatum gab sie den Tag von Peggys Verschwinden an.

Im ZDF-Krimi findet Kommissar Tanner Sina in einem tschechischen Bordell.

Reine Spekulation. Niemand weiß, was mit Peggy wirklich passiert ist. Mutmaßungen gibt es viele: Mord, eine Verschleppung in die Türkei, Kinderprostitution.

Am Ende erschießt Ex-Kommissar Altendorf seinen Nachfolger, Ermittler Michel.

Diese Szene ist reine Fantasie.

Eva Hutter

 

Quelle: tz

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